Thunfischmarkt angespannt: Preise steigen rasant - keine Entspannung in Sicht

Die Lage am globalen Thunfischmarkt spitzt sich weiter zu. Wie aktuelle Einschätzungen aus dem Handel zeigen, treiben mehrere Faktoren die Preise nach oben – und ein Ende der Entwicklung ist derzeit nicht absehbar.

Die Lage am globalen Thunfischmarkt spitzt sich weiter zu. Wie aktuelle Einschätzungen aus dem Handel zeigen, treiben mehrere Faktoren die Preise nach oben – und ein Ende der Entwicklung ist derzeit nicht absehbar.

Frische Eindrücke von der internationalen Leitmesse Seafood Expo Global in Barcelona bestätigen den Trend: Die Rohwarenpreise haben in den vergangenen Wochen deutlich angezogen. In wichtigen Umschlagplätzen wie Bangkok liegen die Preise aktuell bei rund 2.100 US-Dollar pro Tonne, in Manta (Ecuador) bei etwa 2.000 US-Dollar.
Haupttreiber sind schlechte Fänge. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich um das El-Niño-Phänomen handelt. Die Erwärmung der Meere führt dazu, dass sich die Fischbestände in tiefere Wasserschichten zurückziehen – mit spürbaren Auswirkungen auf die Fangmengen. Gleichzeitig verteuern hohe Ölpreise den Betrieb der Fangflotten erheblich, auch infolge geopolitischer Spannungen. So ist fraglich, ob nach Ende des FAD-Bans Ende April im Atlantischen Ozean die gesamte Flotte für den Fischfang wieder eingesetzt wird. Laut Brancheninsidern sind die Fischereiboote aufgrund der geringen Fangmenge und der hohen Kosten hoch defizitär.

Weitere Einschränkungen sind bereits absehbar: Ab Juli dürfen Fangflotten in Ecuador nur noch zu 50 Prozent auslaufen, um die Bestände zu schonen. Diese regulatorische Maßnahme dürfte das Angebot weiter verknappen und den Preisanstieg zusätzlich verstärken.

Vor diesem Hintergrund raten Marktteilnehmer derzeit von langfristigen Bevorratungsstrategien ab. Stattdessen sollten Unternehmen ihre Einkaufsaktivitäten eng am aktuellen Bedarf ausrichten und den Markt aufmerksam beobachten. Kurzfristige, bedarfsorientierte Beschaffung gilt aktuell als sinnvollste Vorgehensweise.

Eine Entspannung ist vorerst nicht in Sicht. Branchenkenner sprechen von einer außergewöhnlich dynamischen Entwicklung – sowohl in Tempo als auch in Intensität. Selbst erfahrene Marktakteure sehen derzeit keine belastbare Grundlage für eine positive Prognose im weiteren Jahresverlauf.

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Thomas Schneidawind

Geschäftsführer, Ansprechpartner für Bohnen, Kapern, Paprika, Peperoni und Tomatenprodukte

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