Ausgabe März 2026

05.03.2026

Man spürt es gerade überall: Die Tage werden länger, das Licht verändert sich – und mit ihm unsere Stimmung. Der Frühling bringt Bewegung. In die Natur, in unsere Gedanken und auch in unsere Unternehmen. In knapp vier Wochen ist Ostern – mehr zu den Lieferzeiten lesen Sie in dieser Ausgabe der Food News. Unabhängig vom Kalender ist diese Jahreszeit eine Einladung zum Neubeginn. Sie steht für Hoffnung und für das Vertrauen, dass nach anspruchsvollen Phasen wieder Wachstum möglich ist.

Auch wirtschaftlich befinden wir uns in einer Übergangszeit. In vielen Gesprächen mit meinem Co-Geschäftsführer Fabian Kretschmer ging es in den vergangenen Wochen genau darum: Märkte bleiben herausfordernd, Rahmenbedingungen verändern sich, Sicherheiten verschieben sich. Gleichzeitig erleben wir weltweit politische Spannungen und neue Konflikte – zuletzt die Eskalation im Nahen Osten rund um den Iran. Und dennoch erleben wir bei Paul M. Müller keine Resignation. Im Gegenteil. Ich sehe im Team Tatkraft, Verantwortungsbewusstsein und den klaren Willen, Lösungen zu finden.

Denn: Man kann nicht alles ändern. Aber man kann entscheiden, wie man damit umgeht. Ob man abwartet oder gestaltet. Ob man in der Komfortzone bleibt oder den nächsten Schritt wagt. Auch wenn die Stimmung im Land häufig skeptisch wirkt, sehen wir die Spielräume. Wir entdecken Möglichkeiten. Fortschritt entsteht selten aus Bequemlichkeit – er entsteht, wenn Menschen ins Handeln kommen.

Klar ist: Viele äußere Faktoren liegen nicht in unserer Hand. Doch unsere Branche zeigt immer wieder ihre Gestaltungskraft. Lebensmittel verbinden Menschen. Logistik sichert Versorgung. Gastronomie schafft Räume für Begegnung. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern tägliche Leistung.

Während wir operativ vorausdenken, richten wir den Blick zugleich nach vorne: Bei den Ananaspreisen rechnen wir beispielsweise mit Bewegung, sobald die neue Saison startet. In den kommenden Monaten erwarten wir hier die Sommerernte. Auch in weiteren Warengruppen informieren wir Sie über die aktuelle Marktlage.

Was mich in diesen Wochen besonders optimistisch stimmt: Zukunft entsteht nicht irgendwann. Sie entsteht durch Entscheidungen im Hier und Jetzt. Frühling bedeutet Aufbruch – und Aufbruch beginnt mit Zuversicht.

Herzlichst
Ihr Thomas Schneidawind

Ananas:

Warten auf Sommerernte

Seit dem Ende der Winterernte im Dezember ist das Angebot an Ananas in Thailand gesunken. Im Februar lag es nur noch bei 4.000 Tonnen pro Tag, der Preis bewegte sich zwischen 7,80 und 8,20 THB je Kilogramm Rohware. Wie sich Angebot und Preise bis zur Sommerernte ab April entwickeln werden, hängt nun maßgeblich von der Regenmenge ab. Die Packer zeigen sich wenig optimistisch. Auch der Verband thailändischer Lebensmittelverarbeiter (TFPA) hat seinen Forecast für 2026 reduziert – vor allem wegen eines möglichen El Niño bzw. dessen Auswirkungen. Modelle und Wetterdienste deuten darauf hin, dass El Niño bereits im April in Thailand beginnen könnte. Hitze und Trockenheit würden die Sommerernte unmittelbar betreffen. Wie sich das Wetter tatsächlich entwickelt, bleibt jedoch abzuwarten.

Auch beim Wechselkurs THB/USD gibt es Bewegung: Da der thailändische Baht gegenüber dem US-Dollar sehr stark geworden ist, könnte der Import von Früchten hierzulande teurer werden.

Zuletzt ein Blick auf die Nachfrage: Insbesondere Ananas in Dosen – vor allem Stückware – werden aktuell in Osteuropa, den USA und in Asien stark nachgefragt. Dagegen ist die Nachfrage nach Ananasfruchtsaftkonzentrat gesunken, ebenso die Preise. Viele Hersteller von Fruchtsaftkonzentraten warten daher die Sommerernte ab.

Tomaten:

Saisonstart in Sicht

Der Countdown für die Tomatensaison in Italien, Spanien und Portugal läuft: Anfang April werden die zarten Tomatenpflänzchen dort in die Erde gesetzt. In Norditalien soll die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr leicht steigen. In Süditalien, Spanien und Portugal wird sie ähnlich groß erwartet. Für die Bauern bleiben Tomaten in jedem Fall eine wirtschaftlich interessante Kultur, da weder Mais noch Weizen aus ökonomischer Sicht mithalten können.

Während die Preise in Spanien und Portugal bereits verhandelt wurden – und genau wie im Jahr 2025 bei etwa 110 Euro je Tonne Rohware liegen – gibt es in Italien bisher keine Einigung. Unser Experte rechnet aber mit einem etwas niedrigeren Niveau im Vergleich zum Vorjahr. Damit würden sich die Preisunterschiede zwischen den europäischen Anbauländern verringern. Mit einer Einigung in Italien rechnet er im Mai.

Während die Tomatensaison in Europa in den Startlöchern steht, ist sie auf der Südhalbkugel bereits in vollem Gange. Vor etwa drei Wochen hat beispielsweise in Chile die Ernte begonnen, die bis in den April andauern wird. Die Prognosen sind solide. Dort wird zu 100 Prozent Tomatenmark produziert, das preislich zwischen europäischer und chinesischer Ware liegt.

Jetzt heißt es abwarten, wie die Pflanzungen in Europa verlaufen – und wie sich das Wetter entwickelt. Wir berichten weiterhin für Sie.

Artischocken:

Durchmischte Prognosen

Nach der sehr guten Artischockenernte im Jahr 2025 gibt es für die laufende Saison stellenweise Herausforderungen.

Zuerst ein Blick nach Peru: Wie auch andere Produktgruppen könnte El Niño (das Wetterphänomen beginnt dort voraussichtlich im März) Anbau und Ernte von Artischocken beeinflussen. Insbesondere steigende Temperaturen stellen ein Problem dar, da für Artischockenpflanzen durchschnittlich 15 Grad Celsius optimal sind und Temperaturen über 22 Grad bereits mit Qualitäts- und Ernteeinbußen einhergehen. So fiel die Ernte 2023 aufgrund der Auswirkungen von El Niño um 30 Prozent geringer aus als üblich. Konkrete Prognosen sind zwar für die laufende Saison bisher nicht möglich, jedoch hat zudem anhaltender Regen bereits die Auspflanzungen sowie die Fruchtentwicklung beeinträchtigt.

Auch in Ägypten werden niedrigere Erträge erwartet – vor allem durch die bedeutend kleinere Anbaufläche. Aufgrund der guten Saison 2025 waren die Rohwarenpreise so stark gesunken, dass Landwirte sich für 2026 gegen den Anbau von Artischocken entschieden haben. Das Resultat: Eine 50 Prozent geringere Anbaufläche als im Vorjahr. Experten rechnen mit 30 bis 40 Prozent weniger Rohware und mit einem Preisanstieg von 5 bis 10 Prozent.

Einzig aus Spanien erreichen uns positive Prognosen. Trotz überdurchschnittlich hoher Niederschlagsmengen im Januar sind die Aussichten sehr gut. Während die Erntemenge auf einem mit 2025 vergleichbaren Niveau geschätzt wird, soll die Qualität laut unserer Expertin vor Ort noch besser sein als im Vorjahr. Das betrifft nicht nur den Geschmack, sondern auch die Textur sowie das Aussehen der Blüten. Das Preisniveau für spanische Artischocken liegt dementsprechend im mittleren bis hohen Bereich.

Zitrusfrüchte:

Geringere Ernte, höhere Preise

In unseren Food News im November 2025 hatten wir bereits über die schwächere Ernte von Grapefruits und Orangen in der Türkei sowie über steigende Preise berichtet. Nun liegen konkrete Zahlen für die aktuelle Saison vor: Die Grapefruiterträge liegen in der Türkei rund 25 Prozent unter dem Vorjahresniveau, bei Orangen beträgt der Rückgang etwa 10 Prozent. Entsprechend sind auch die Rohwarenpreise gestiegen – bei Orangen um rund 10 Prozent, bei Grapefruits um etwa 12 Prozent. Zusätzlich wird Weißblech für Konserven in der Türkei in US-Dollar eingekauft, was durch den Wechselkurs zu weiteren Preissteigerungen von rund 8 Prozent führt. Dämpfend wirkt vor allem die Abwertung der türkischen Lira gegenüber dem Euro (34 Prozent), die türkische Exporte in Euro gerechnet verbilligt. Die hohe Inflation im Land (31 Prozent) dürfte hingegen eher kostentreibend wirken.

Auch aus Spanien liegen nun Zahlen vor. Laut offiziellen Prognosen fällt die Orangenproduktion dort 12 Prozent geringer aus als im Vorjahr und liegt damit auf einem neuen Tiefpunkt seit 2007/2008. Während die Kosten für Dosenblech und Zucker stabil bleiben, sind die Lohnkosten in dieser Saison um 3 Prozent gestiegen. Zusätzlich preistreibend für Obstkonserven wirkt die hohe Nachfrage nach Frischware sowie nach Saft und Saftkonzentraten.

El Niño:

Vielfältige Auswirkungen

Egal ob Ananas aus Thailand, Artischocken aus Peru oder Sardellen aus dem Pazifik – die Qualität und Quantität dieser und weiterer Produktgruppen sind von klimatischen Bedingungen abhängig. 2026 könnte El Niño eine zentrale Rolle spielen, wie aktuell meteorologische Modelle vermuten lassen. Das in unregelmäßigen Abständen auftretende Klimaphänomen verändert die weltweite Niederschlagsverteilung und führt vielerorts zu Hitze- und Dürreperioden. Der Grund: Der Auftrieb von kaltem Wasser wird an der Westküste Südamerikas unterdrückt (dadurch tauchen beispielsweise die Sardellen tiefer ab und lassen sich schlechter fangen). Außerdem ändern sich Winde, was sich auf die Niederschläge in verschiedenen Regionen weltweit auswirkt. Etwa in Thailand, wo es heißer und trockener wird (was unmittelbar auf die Ananas-Ernte Einfluss nimmt).

Diese Prognosen zeigen einmal mehr: Lebensmittel sind echte Naturprodukte und von der Entwicklung des Klimas abhängig. Aus diesem Grund informieren wir Sie auch weiterhin in unseren Food News über aktuelle (klimatische) Gegebenheiten und die Auswirkungen auf verschiedene Produktgruppen.

„Planbarkeit ist für Foodtrucks entscheidend – und genau deshalb spielen haltbare Produkte und Dosen eine so große Rolle. Man öffnet nur, was man wirklich braucht.“

– Franziska Weidner
Foodtrucks haben sich vom Streetfood-Phänomen zu einem professionellen Catering-Modell entwickelt. Planbare Veranstaltungen, klar definierte Gästezahlen und strukturierte Abläufe prägen heute das Geschäft. Welche Anforderungen daraus an Produkte, Verpackungen und Lieferlogistik entstehen – insbesondere im Bereich Convenience und Konserven –, darüber spricht Paul M. Müller mit Franziska Weidner von Food Trucks United aus München.

Frau Weidner, Foodtrucks erleben seit Jahren einen Boom. Was macht dieses Modell aus Ihrer Sicht so erfolgreich?

Der größte Vorteil ist unsere Mobilität – und damit die Flexibilität. Foodtrucks sind nicht an einen Standort gebunden. Wir können selbst entscheiden, welche Aufträge wir annehmen, wohin wir fahren und wie wir unser Angebot anpassen. Ein Foodtruck ist im Idealfall ein wandelndes Konzept, das sich mit modularen Systemen schnell auf unterschiedliche Anforderungen einstellen lässt. Diese Beweglichkeit unterscheidet uns deutlich von der stationären Gastronomie. Den direkten Zugang zur Foodtruck-Welt hatte ich schon früh über meinen Vater, der selbst Foodtrucks betrieben hat. Während des ersten Corona-Lockdowns habe ich aus nächster Nähe erlebt, wie viele Trucks plötzlich ohne Aufträge dastanden – jeder für sich, ohne Struktur oder Austausch. Genau daraus ist die Idee entstanden, Foodtrucks stärker zu vernetzen und professionell zu bündeln.

Für alle, die Sie noch nicht kennen: Wie ist Ihr Modell konkret aufgebaut?

Wir konzentrieren uns ausschließlich auf Foodtruck-Catering für Unternehmen – also auf planbare Events wie Sommerfeste, Mitarbeiterevents oder Weihnachtsfeiern. Festivals oder öffentliches Tagesgeschäft machen wir bewusst nicht. Wenn ein Unternehmen ein Event plant, zum Beispiel für 200 oder 1.000 Personen, kommt eine zentrale Anfrage zu uns. Diese Anfrage spielen wir in unser Netzwerk von über 160 Foodtrucks in ganz Deutschland aus.

Was bedeutet dieses Modell für Organisation, Warenplanung und Einkauf?

Die Gästezahlen stehen im Vorfeld fest, die Termine sind klar definiert. In der Regel reagieren Foodtrucks aus der jeweiligen Region. Das sorgt für kurze Wege und gebündelte Einsätze. Für die Foodtrucks – und auch für Lieferanten – bedeutet das eine sehr gute Planbarkeit. Mengen, Einkaufslisten und Lieferbedarfe lassen sich deutlich besser kalkulieren als im klassischen Tagesgeschäft.

Und wenn ein Kunde ein bestimmtes Foodtruck-Konzept wünscht?

Franziska Weidner: Dann kann es auch vorkommen, dass ein Foodtruck aus einer anderen Region anreist. Die zusätzlichen Fahrtkosten werden einkalkuliert. An der Warenlogistik ändert sich aber nichts: Es geht weiterhin um klar definierte Catering-Mengen, nicht um spontane Nachfrage.

Sie setzen Foodtrucks auch als Kantinenersatz ein. Wie funktioniert das in der Praxis?

Wir docken gezielt an Firmen in Gewerbegebieten an, die kein eigenes Mittagsangebot haben. Für klassische Kantinen sind diese Volumina oft zu klein, für Foodtrucks ideal. Mitarbeitende werden regelmäßig mittels einer solchen mobilen Kantine versorgt – an festen Tagen, mit bekannten Portionszahlen und klaren Abläufen. Das macht die Warenplanung sehr effizient.

Unterscheidet sich der Warenbedarf von Foodtrucks stark von dem klassischer Gastronomiebetriebe?

Ja, deutlich. Foodtrucks arbeiten selten mit À-la-carte-Geschäft. Wir wissen im Vorfeld genau, wie viele Portionen an welchem Tag benötigt werden. Das verändert den Einkauf komplett. Restaurants, die sieben Tage die Woche geöffnet haben, müssen viel stärker auf Unsicherheiten reagieren. Foodtrucks können gezielter einkaufen, haben kleinere Speisekarten und müssen sehr schnell arbeiten – auch wegen des begrenzten Platzes.

Welche Rolle spielen haltbare Produkte und Convenience-Lösungen im Foodtruck-Alltag?

Eine sehr große. Gerade im Catering ist Planbarkeit wichtig, aber es bleiben auch Mengen übrig. Haltbare Produkte ermöglichen es, Reste sinnvoll weiterzuverwenden und Food Waste zu vermeiden. Viele Foodtrucks haben keine Lagerhalle, sondern nur Garagen oder Kellerräume. Mehrmals pro Woche beliefert zu werden, ist oft nicht möglich. Produkte müssen deshalb gut lagerfähig und flexibel einsetzbar sein.

Nach welchen Kriterien wählen Foodtrucks ihre Produkte aus?

Es ist immer eine Mischung aus Preis, Qualität, Haltbarkeit, Gebindegröße und Flexibilität. Es gibt Foodtrucks, die sehr großen Wert auf Qualität legen und immer mit denselben hochwertigen Produkten arbeiten. Andere sind stärker preisgetrieben. Entscheidend ist, dass Produkte zur Arbeitsrealität im Truck passen und effizient einsetzbar sind.

Welche Produktkategorien sind dabei besonders relevant?

Alles, was sich gut vorbereiten, lagern und schnell einsetzen lässt – zum Beispiel Saucen, Fonds, Brühen, vegane Komponenten oder Produkte, die sich gut portionieren lassen. Auch Getränke spielen eine große Rolle, gerade bei Caterings und in der mobilen Kantinenversorgung.

Welche Bedeutung haben Dosen und klassische Convenience-Produkte?

Dosen sind extrem praktisch. Sie lassen sich gut lagern, transportieren und portionieren. Man öffnet nur so viel, wie man tatsächlich braucht. Gerade nach Caterings ist das ein großer Vorteil, weil übrig gebliebene Ware nicht entsorgt werden muss. Das verbessert die Kalkulation und reduziert Verluste.

Welche Verpackungen funktionieren im Foodtruck weniger gut?

Glas ist der absolute Worst Case – das geht im Foodtruck gar nicht. Bruchgefahr, Gewicht und Platzbedarf sind zu groß. Auch sehr große Gebinde sind schwierig, weil der Stauraum extrem begrenzt ist.

Was wünschen Sie sich konkret von Herstellern und Lieferanten?

Kleinere Gebindegrößen und mehr Flexibilität. Viele Foodtrucks können keine großen Mengen abnehmen, sind aber trotzdem relevante Kunden. Bag-in-Box-Lösungen wären ideal, weil sie platzsparend sind und sich nach dem Leeren kompakt entsorgen lassen. Ein konkretes Beispiel wäre Wasser in Dosen. PET ist unbeliebt, Glas nicht praktikabel. Flexible Lösungen wären sowohl für Getränke als auch für den Einsatz beim Kochen sehr interessant.

Wie treffen Foodtrucks Einkaufsentscheidungen?

Sehr auftragsbezogen. Bei gut planbaren Caterings wird frisch eingekauft. Bei unklaren Mengen oder großen Veranstaltungen greift man eher auf haltbare Produkte zurück. Es geht darum, die Produkte intelligent an die jeweilige Situation anzupassen.

Hat sich der Umgang mit Convenience-Produkten in den letzten Jahren verändert?

Ja, deutlich. Die Produkte sind besser geworden, vor allem im veganen Bereich. Auch frische Produkte sind heute oft länger haltbar oder effizienter einsetzbar. Das erweitert die Möglichkeiten im Foodtruck deutlich.

Welche kulinarischen Trends sehen Sie aktuell?

Vegan wird weiter wachsen. Gleichzeitig sehen wir eine Rückkehr zur bodenständigen Küche. Es muss nicht immer das Hippste sein. Ofenkartoffeln sind gerade ein großes Thema, ebenso ehrliche Fleischgerichte mit klarer Herkunft. Qualität und Transparenz gewinnen an Bedeutung. Und natürlich spielt auch die Optik eine Rolle – Essen darf „instagrammable“ sein.

Haben neue Foodtrucks trotz des Wettbewerbs noch Chancen?

Auf jeden Fall. Auch für stationäre Gastronomen ist ein Foodtruck ein sinnvolles Zusatzgeschäft. Man wird mobiler, kann Caterings einfacher bedienen und neue Zielgruppen erreichen. Produkte, die im Foodtruck nicht verkauft werden, lassen sich oft im Restaurant weiterverwenden – und umgekehrt.

Sie arbeiten in einer sehr traditionell geprägten Branche. Wie erleben Sie das als Unternehmerin?

Mut zu haben, Dinge anders zu machen, zahlt sich aus – auch wenn man zwischendurch mal hinfällt. Gerade in einer traditionellen Branche braucht es manchmal genau diesen Schritt nach vorn.

Zur Person:
Franziska Weidner ist gelernte Veranstaltungskauffrau. Ihre Ausbildung absolvierte sie im Münchner Hofbräukeller, anschließend arbeitete sie dort mehrere Jahre als Restaurant- und Veranstaltungsleiterin. Danach wechselte sie zu Do&Co und war unter anderem in der Allianz Arena und im Olympiapark tätig. Franziska Weidner hat ihre Foodtruck-Catering-Plattform „Food Trucks United“ während des ersten Corona-Lockdowns gegründet. Heute arbeitet sie mit einem deutschlandweiten Netzwerk von über 160 Foodtrucks zusammen. Das Geschäftsmodell konzentriert sich bewusst auf planbares Foodtruck-Catering für Unternehmen – von Sommerfesten über Mitarbeiterevents bis hin zu mobilen Kantinenlösungen. Mehr Infos unter: https://www.foodtrucksunited.de

Irankrieg:

Lieferketten unter Druck

Nach Ausbruch des Irankriegs geraten internationale Lieferketten zunehmend unter Druck. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) Anfang der Woche berichtete, spitzt sich die Lage auf wichtigen See- und Luftverkehrsrouten weiter zu. Rund 170 Containerschiffe mit etwa 450.000 Containern sitzen laut Lloyd’s List im Persischen Golf fest. Reedereien reagieren mit Umleitungen und Kriegsrisikozuschlägen von bis zu 1.500 US-Dollar pro Container, Versicherer schränken ihre Deckung ein. Auch der Luftverkehr in zentralen Drehkreuzen der Golfregion ist erheblich beeinträchtigt – mit direkten Folgen für Frachtströme zwischen Asien und Europa. Die F.A.Z. verweist zudem auf erste Lieferverzögerungen im Handel, unter anderem bei Plattformen wie Amazon. Konkrete Engpässe im Lebensmittelhandel werden bislang nicht genannt. Allerdings dürften steigende Frachtkosten und längere Transitzeiten auch den Food-Bereich treffen – insbesondere bei Importware aus Asien oder dem Mittelmeerraum sowie bei Verpackungsmaterialien. Ein flächendeckender Lieferstopp gilt derzeit als unwahrscheinlich, Preisaufschläge und Verzögerungen hingegen als realistisch.

Produkt des Monats:

Adria Tomatenpulpe – Bag-in-Box

Haben Sie es schon entdeckt? Auf unserer neuen Adria-Webseite widmen wir uns monatlich einem anderen Produkt – inklusive spannender Hintergrundinformationen. Im März ist es die Adria Tomatenpulpe in der praktischen Bag-in-Box. Dieses Verpackungssystem ist auf den Einsatz in Profiküchen mit hohem Durchsatz ausgelegt. Die stabile Kartonverpackung ist platzsparend, sicher stapelbar und eignet sich für unterschiedlichste Einsatzbereiche – vom Catering bis zur Gemeinschaftsverpflegung. Lagerung und Entsorgung sind unkompliziert und schaffen spürbar mehr Ordnung, insbesondere in Küchen mit begrenztem Raum. Im Inneren der Bag-in-Box schützt ein steriler, luftdicht verschlossener Beutel das Produkt vor Sauerstoff und äußeren Einflüssen. Das sorgt für gleichbleibende Qualität und verlängert die Haltbarkeit auch nach dem Öffnen. Durch das geschlossene System ist die Handhabung besonders hygienisch, da kein direkter Kontakt mit dem Produkt entsteht.

Unser Foto zeigt Bilal, Pizzaiolo bei GUSTO Cucina & Pizza in Oberhaching, bei der Arbeit mit der Adria Tomatenpulpe.

Mehr Infos auf unserer Webseite we-love-adria.com.

Auf dem Weg zur klimaneutralen Flotte

Auch wenn politischer Gegenwind aus Teilen der Welt zu spüren ist, bleibt die internationale Schifffahrt auf Kurs: Die großen Reedereien investieren unbeirrt in klimafreundlichere Technologien – und senden damit ein starkes Signal für die Transformation einer ganzen Branche.

Die Schifffahrt verursacht rund drei Prozent der globalen CO₂-Emissionen. Der Druck – insbesondere aus Europa und Südamerika – ist groß, fossile Energieträger schrittweise hinter sich zu lassen. Schon 2023 hatten die Mitgliedstaaten der IMO einstimmig das Ziel formuliert, die Branche bis etwa 2050 auf Netto-Null-Emissionen auszurichten. Seitdem setzen immer mehr Reedereien auf sogenannte Dual-Fuel-Schiffe. Diese Schiffe können sowohl mit konventionellen Treibstoffen als auch mit alternativen Energieträgern wie LNG, Methanol oder Ammoniak betrieben werden – ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zur klimaneutralen Flotte.

Die Zahlen sprechen für sich: Nach Angaben des World Shipping Council flossen bis Ende 2025 mehr als 150 Milliarden US-Dollar in Dual-Fuel-Technologien. Bei Neubestellungen von Container- und Autofrachtern liegt der Anteil dieser Antriebssysteme inzwischen bei rund 74 Prozent.

 

Logistik aufgepasst:

In vier Wochen ist Ostern!

In knapp vier Wochen ist Ostern. In diesem Jahr fallen die Feiertage auf den 3. bis 6. April. Durch Karfreitag (3. April) und Ostermontag (6. April) entstehen zwei verkürzte Wochen. Es kommt zu reduziertem Frachtraum in Hamburg. In Italien gelten zudem Lkw-Fahrverbote, was zu Verzögerungen führen kann. Wir empfehlen deshalb, frühzeitig zu disponieren und ein paar Tage Zeitpuffer einzuplanen. Bitte teilen Sie uns Ihre Bestellungen und Planungen rechtzeitig mit. Vier Wochen später steht der nächste bundesweite Feiertag an: Der 1. Mai ist in diesem Jahr ein Freitag. Auch hier raten wir, mindestens einen Puffertag für Ihre Logistik einzuplanen. Unsere Logistik-Experten helfen bei Fragen gerne weiter.

Obwohl wir die von uns beanspruchten Quellen als verlässlich einschätzen, übernehmen wir für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hier wiedergegebenen Informationen keine Haftung.

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Ihr von Paul M. Müller

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