„Nicht der Wind, sondern das Segel bestimmt die Richtung.“
– Chinesisches Sprichwort –
Während in München vor wenigen Tagen wieder die Wiesn ihre Tore geöffnet hat und Millionen Menschen durch die Festzelte ziehen, lässt eine ganz andere Zahl aufhorchen: Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute wollen ihre Wachstumsprognose für Deutschland offenbar kräftig anheben. Statt bislang 0,6 Prozent rechnen sie für dieses Jahr nun mit einem Plus des Bruttoinlandsprodukts von 1,3 Prozent. Für das kommende Jahr erwarten sie ein Wachstum von 1,1 Prozent.
Noch sind die Zahlen vorläufig, offiziell vorgestellt wird die Gemeinschaftsdiagnose erst am heutigen Donnerstag. Doch sollte sich die Prognose bestätigen, wäre das ein bemerkenswertes Signal für die deutsche Wirtschaft. Ich sehe die gestiegene Prognose daher als Paukenschlag – und als bemerkenswertes Gegengewicht zu all den Dämpfern, von denen zuletzt (und immer wieder) die Rede ist.
Genau darüber habe ich in den vergangenen Tagen auch mit meinem Co-Geschäftsführer Fabian Kretschmer öfter gesprochen: Warum ist ein Land, über das man seit Monaten vor allem Sorgenmeldungen liest, wirtschaftlich robuster, als es die Schlagzeilen vermuten lassen? Meine Antwort darauf: Resilienz zeigt sich nicht darin, dass die äußeren Bedingungen gut sind. Sie zeigt sich darin, wie zügig man sich auf schlechte einstellt.
Das gilt für unsere Branche in besonderem Maße – und man muss dafür nicht weit schauen. Auf der Wiesn laufen jeden Tag Hunderttausende Bestellungen, Lieferungen und Logistikketten reibungslos zusammen, obwohl Wetter, Nachschub und Andrang von Tag zu Tag unterschiedlich sind. Auch bei Paul M. Müller können wir Ernteausfälle durch Trockenheit nicht verhindern, Frachtraten nicht diktieren und geopolitische Spannungen nicht auflösen. Was wir beeinflussen können, ist, wie früh wir eine Entwicklung erkennen, wie offen wir unsere Kunden informieren, wenn sich Lieferzeiten verschieben, und wie schnell unser Team eine Alternative findet, wenn der ursprüngliche Plan nicht mehr trägt.
Das klingt unspektakulär. Ist es meistens auch. Aber es ist genau die Arbeit, die im Hintergrund passiert, während die großen Schlagzeilen woanders geschrieben werden – und die am Ende darüber entscheidet, ob eine Lieferung ankommt oder eben nicht. Vielleicht ist das die eigentliche Erkenntnis hinter den aktuellen Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt: Auch in einem Umfeld mit spürbarem Gegenwind lässt sich Kurs halten – wenn genug Menschen bereit sind, die Segel entsprechend zu setzen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Lektüre unserer aktuellen Food News – mit Entwicklungen aus den Rohwarenmärkten und allem, was unsere Branche gerade bewegt.
Herzlichst
Ihr Thomas Schneidawind & das Team von Paul M. Müller
Die Mandarinen-Ernte in China steht kurz bevor. Erste Prognosen deuten darauf hin, dass die Erträge in der Region Zhejiang im Vergleich zu 2025 um drei bis fünf Prozent geringer ausfallen. Auch in den Provinzen Hubei und Hunan wird die Ernte voraussichtlich um rund fünf bis acht Prozent zurückgehen. Mandarinen-Konserven dürften laut unserem Experten etwa 15 Prozent der Gesamtproduktion ausmachen. Dies entspricht einem Volumen von 500.000 bis 600.000 Tonnen. Davon werden etwa sechs Prozent exportiert. Rund 25 Prozent dieser Exporte gehen in die USA, während auf Deutschland rund drei Prozent entfallen. Damit bleibt der US-Markt ein wichtiger Einflussfaktor für die Preisentwicklung bei Exportware. Aufgrund der bestehenden Handelsspannungen ist derzeit jedoch nicht mit einer Belebung der Exportnachfrage zu rechnen. Entsprechend werden aktuell auch keine größeren Preissteigerungen für chinesische Ware erwartet.
Durch den heißen Sommer wird die Mandarinen-Produktion in der Türkei früher als gewöhnlich beginnen. In Adana rechnet unser Experte mit 10 bis 15 Prozent geringeren Erträgen als im Vorjahr, wohingegen im Raum Izmir alles stabil aussieht. Auch wenn der Rohwarenpreis noch nicht fixiert ist, sind Teuerungen wahrscheinlich – vordergründig aufgrund der gestiegenen Kraftstoffpreise. Aber auch höhere Löhne und Kosten für Verpackungsmaterialien wirken preistreibend. Zwar hat die türkische Lira gegenüber dem Euro aktuell rund 15 Prozent an Wert verloren, wodurch sich aus Währungssicht zunächst ein kostendämpfender Effekt ergibt. Dieser wird jedoch durch die weiterhin hohe Inflation in der Türkei von offiziell 31,5 Prozent, beziehungsweise nach Einschätzung unseres Experten rund 45 Prozent realer Inflation, deutlich überlagert. Insgesamt ist daher trotz des positiven Währungseffekts mit weiter steigenden Kosten zu rechnen.

Die Aussichten für spanische Oliven sind insgesamt gut. Die Bestände zeigen ein hohes Ertragspotenzial, Bäume und Früchte sind gesund. Unser Experte vor Ort betont aber: „Die Entwicklung des Wetters bis in die ersten Oktoberwochen ist nun entscheidend.“ Nach einer starken Hitzewelle im September sind nun ausreichende Niederschläge wichtig, um Kaliber und Ausbeute zu sichern. Insgesamt rechnen Kenner in dieser Saison mit einer deutlich verbesserten Verfügbarkeit spanischer Ware. Eine Herausforderung bleibt jedoch die begrenzte Verfügbarkeit von Arbeitskräften während des kurzen Erntefensters.

Für unsere beliebten Peperoni-Produkte verwenden wir die traditionelle Sorte „Lombardi“. Sie überzeugt durch gute Verarbeitungseigenschaften, ihre Textur und ihren Geschmack. Ein Nachteil gewinnt aber zunehmend an Bedeutung: Die Sorte ist nicht resistent gegen bestimmte Viren und andere Pflanzenkrankheiten. Zudem lassen sich Lombardi-Peperoni nur schwer über zwei bis drei Jahre am gleichen Standort anbauen, ohne dabei Ertragseinbußen hinnehmen zu müssen. Dadurch geht die Bereitschaft der Landwirte in der Türkei zurück, Lombardi-Peperoni zu kultivieren. In dieser Saison sind die Erträge auf den vornherein geringen Anbauflächen zudem stark reduziert, weil es während der Auspflanzungen stark geregnet hatte. Die Rohstoffpreise für Lombardi-Peperoni in der Türkei liegen in Folge dessen aktuell bis zu 50 Prozent höher als gewöhnlich. Inwiefern Ware aus Ägypten eine Option ist, bleibt abzuwarten. Noch liegen hierzu keine konkreten Zahlen vor.
Die Anbauflächen für die Paprikasorten Capia und Topa liegen in der Türkei auf Vorjahresniveau. Während die Produktion für Capia weitestgehend ohne größere Vorkommnisse abgeschlossen ist, zeigen sich bei der Sorte Topa deutlich geringere Erträge – nach Einschätzung unseres Experten von rund 30 Prozent unter den Erwartungen. Insgesamt zeigt sich der Markt jedoch derzeit ruhig und ausgeglichen. Die bestehenden Vertragspreise sollten stabil bleiben, sofern das aktuelle Verhältnis von Angebot und Nachfrage anhält.

Die Tomatenernte und -produktion sind in vollem Gange. Wir werfen einen Blick in die verschiedenen Erzeugerländer.
In Nord- und Süditalien hat die Ernte im Juli aufgrund der hohen Temperaturen rund zehn Tage früher als üblich begonnen. Seither verläuft die Saison planmäßig und ohne größere Störungen durch Hagel oder Stürme. Der Brix-Gehalt fällt aufgrund des heißen Klimas hoch aus. Einer unserer Partner vor Ort berichtet jedoch von einer teilweise unregelmäßigen Abreife der Früchte, was den Gesamtertrag mindern könnte. Wie sich die Mengen insgesamt in den verbleibenden Produktionswochen bis Ende September (in Norditalien) bzw. Anfang Oktober (in Süditalien) entwickeln, bleibt abzuwarten. Insbesondere für die späten Tomatensorten in Süditalien lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt keine konkrete Aussage treffen.
In Portugal decken sich Qualität und Quantität aktuell mit den Erwartungen. In Spanien scheint es hingegen qualitative Einbußen zu geben. Genaue Zahlen aus beiden Ländern stehen noch aus.
Aus China liegen uns bereits erste Zahlen vor. Aufgrund der Hitze- und Dürreperiode der vergangenen zwei Monate, in der die Temperaturen auf über 40 Grad stiegen, fällt die Tomatenernte geringer aus als erwartet. Waren zu Beginn der Saison noch 700.000 Tonnen Rohware im Gespräch, werden aktuell maximal 600.000 Tonnen erwartet. Zum Vergleich: In guten Jahren wurden bereits Erträge von rund 1 Million Tonnen erreicht.

Nach dem Ende der Sommerernte von Ananas in Thailand und der darauffolgenden Schließung der Fabriken, öffnen diese nun pünktlich zur einsetzenden Winterernte wieder. Der Verband thailändischer Lebensmittelverarbeiter (TFPA) rechnet jedoch mit einem zunächst knappen Angebot. So werden aktuell (Stand: 15. September 2026) 24.100 Tonnen im September, 54.300 Tonnen im Oktober, 101.300 Tonnen im November und 120.500 Tonnen im Dezember erwartet. Somit läge die gesamte Winterernte bei 300.200 Tonnen – und damit 38.300 Tonnen über den bisherigen Forecasts. Der Preis liegt aktuell bei 9,50 bis 10,50 THB je Kilogramm Rohware. Mit dem Produktionsstart weiterer Verarbeiter dürfte auch der Preisdruck zunehmen. Zusätzlich könnten eine steigende Nachfrage ab Oktober, der Wechselkurs und höhere Verpackungskosten die Preisentwicklung beeinflussen.
Aufgrund der steigenden Rohwarenpreise für Ananas planen einige Farmer, im kommenden Jahr ihre Anbauflächen von anderen Früchten auf den Ananasanbau umzustellen. Inwiefern dies tatsächlich zu einem höheren Angebot führen wird, bleibt jedoch abzuwarten, da sich die Auswirkungen des El Niño voraussichtlich auch auf die Erträge in 2027 bemerkbar machen werden.

Schlechte Fänge, wenig Rohware, steigende Preise. So lässt sich die Situation am Thunfischmarkt zusammenfassen. Trotz Ende des FAD-Bans am 15. August im West- und Zentralpazifik bleiben die Fänge dort weiterhin gering. Als Hauptursache gelten die Auswirkungen des El Niño, da das Wetterphänomen die Wassertemperaturen, Strömungen und die Verteilung von Nährstoffen und Beutefischen im Pazifik verändert. Die Aufenthalts- und Wandergebiete von Thunfischen ändern sich daher ebenfalls – und mit ihnen die Verfügbarkeit für den Thunfischfang. Thailändische Verarbeiter greifen daher zunehmend auf Rohware aus anderen Fangregionen zurück. Im ersten Halbjahr wurden rund 37.000 Tonnen Skipjack aus dem Indischen Ozean importiert. Die gestiegenen Treibstoffpreise sorgen für zusätzlichen Kostendruck, indem sie Fang, Transport, Kühlung und Verarbeitung verteuern. In Zahlen bedeutet das: In Bangkok wurden Anfang September bereits Abschlüsse bei rund 2.100 USD pro Tonne gefrorenen Skipjack gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 5 Prozent gegenüber Ende August. Im Monatsverlauf sind die Rohwarenpreise noch weiter gestiegen – nämlich auf rund 2.400 USD pro Tonne in Bangkok und 2.300 USD pro Tonne in Ecuador (Stand: 23. September 2026). Damit liegt der Rohwarenpreis aktuell auf demselben Rekordniveau wie damals im Jahr 2009. Entscheidend für die weitere Preisentwicklung sind nun die Fänge in den kommenden Wochen.

Herr Lehnen, wenn wir auf die Lebensmittelwirtschaft schauen: Welche Tech-Trends werden die Branche in den kommenden Jahren besonders prägen?
Ganz klar künstliche Intelligenz als Technologie und konkrete KI-Funktionen. Sie werden in vielen Branchen große Auswirkungen haben – natürlich auch in der Lebensmittelwirtschaft. Ein wichtiges Thema ist zum Beispiel die Rückverfolgbarkeit: von der Ernte bis zum fertigen Produkt. Gerade in der Lebensmittelindustrie muss ja nachvollziehbar sein, woher ein Produkt beziehungsweise ein Rohstoff kommt und welchen Weg er genommen hat – dasund kann das Qualitätsmanagement unterstützen. Auch Kühlketten können digital überwacht werden. Durch Digitalisierung und KI haben Unternehmen zunehmend die Möglichkeit, Daten aus unterschiedlichen Umgebungen zusammenzuführen und Prozesse automatisiert abzubilden.
KI ist also bereits ein großes Thema. Wie gut ist die Lebensmittelwirtschaft denn grundsätzlich bei der Digitalisierung aufgestellt?
Wie in vielen anderen Branchen war man eher zurückhaltend. Das hat sicherlich auch mit Investitionsunsicherheit zu tun. Viele Unternehmen haben bei neuen Technologien und Systemumgebungen lange abgewartet. Das beginnt schon bei der grundsätzlichen Frage: Habe ich meinen eigenen Server im Unternehmen, lasse ich ihn bei einem Provider betreiben oder gehe ich in die Cloud? Der Wille zur Digitalisierung ist da, bei der Umsetzung war man jedoch häufig noch zaghaft. Deshalb besteht durchaus Nachholbedarf, auch wenn Unternehmen die entsprechend notwendigen Investionen scheuen.
Wo sollten Unternehmen aus Ihrer Sicht zuerst ansetzen?
Ein wichtiger Punkt ist, Prozesse zu verschlanken und grundsätzlich zu hinterfragen. Muss ich Mitarbeiter immer wieder in denselben manuellen Abläufen schulen? Oder kann ich bestimmte Prozesse automatisieren? Gerade eine Softwareumstellung bietet die Gelegenheit, jeden Prozessschritt anzuschauen und zu fragen: Ist das noch notwendig oder geht es auch anders? Dafür braucht es neben der Investitionsbereitschaft auch personelle Ressourcen und die Unterstützung der Geschäftsführung.
Welche Abläufe werden heute noch manuell erledigt, obwohl es längst anders gehen könnte?
Ein gutes Beispiel ist der Verkauf. Bestellungen erreichen ein Unternehmen auf ganz unterschiedlichen Wegen: Ein Kunde ruft an, eine Bestellung kommt per E-Mail oder bereits als strukturierter Datensatz über eine Schnittstelle. Solche Vorgänge lassen sich zunehmend KI-gestützt automatisieren. Ein KI-Agent kann die eingehenden Informationen verarbeiten und daraus einen Auftrag generieren – bis hin zur weiteren Verarbeitung und Rechnungsstellung.
Wenn solche Routinetätigkeiten wegfallen, kommt schnell die Sorge auf, dass auch weniger Personal gebraucht wird…
Natürlich können wir dadurch Ressourcen sparen. Entscheidend ist für mich aber, dass Mitarbeiter von repetitiven Tätigkeiten entlastet werden und mehr Zeit für wichtigere Aufgaben haben. Das Erfassen eines Auftrags kann beispielsweise automatisiert werden, die Kontrollfunktion bleibt aber beim Menschen. Mitarbeiter müssen weiterhin prüfen und Besonderheiten berücksichtigen, die das System nicht kennen kann. Die manuelle Erfassung wird weniger, die fachliche Kontrolle bleibt.
Gerade angesichts des Fachkräftemangels könnte diese Entlastung aber ein wichtiger Faktor sein, oder?
Definitiv. Das ist aus meiner Sicht einer der großen Hebel. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist es wichtig, Mitarbeiter von manuellen Routinetätigkeiten zu entlasten. So können sie sich stärker auf Aufgaben konzentrieren, bei denen ihre Erfahrung und fachliche Kompetenz gefragt sind. Es geht für mich nicht darum, Menschen durch Technologie zu ersetzen, sondern ihre Arbeit sinnvoll zu unterstützen.
Damit solche automatisierten Prozesse funktionieren, braucht es eine entsprechende Datengrundlage. Welche Rolle spielen Daten heute entlang der Wertschöpfungskette?
Daten sind das A und O – egal, ob wir über Automatisierung, Digitalisierung oder KI sprechen. Wenn die notwendigen Daten nicht vorhanden sind, kann auch der Prozess nicht funktionieren. Deshalb sollten Informationen aus unterschiedlichen Systemen möglichst zentral zusammengeführt werden. Das ist beispielsweise für das Berichtswesen, das Qualitätsmanagement oder die Rückverfolgbarkeit wichtig. Viele Informationen wurden in der Vergangenheit noch manuell in Excel-Tabellen gepflegt. Davon sollten wir wegkommen. Eine Softwareumstellung ist deshalb auch eine gute Gelegenheit, aufzuräumen: Ein ERP-System* wird häufig fünf bis zehn Jahre genutzt, in dieser Zeit sammeln sich zwangsläufig Daten an, die irgendwann nicht mehr gebraucht werden. Ich nenne sie einmal „Karteileichen“. Deshalb schauen wir bei einer Umstellung genau hin: Wo liegen die Daten? Sind sie noch aktuell? Welche benötigen wir wirklich? Das ist die Chance, sich von Datenmüll zu trennen und Strukturen neu zu organisieren.
Und vermutlich findet sich dabei einiges, das gar nicht im zentralen System liegt, sondern in eigenen Excel-Listen der Mitarbeitenden?
Ja. Als Berater schaue ich mir beispielsweise gerne die Excel-Listen der Mitarbeiter an. Da stellt man häufig fest, dass Informationen zusätzlich manuell gepflegt werden. Vielleicht führt der Kollege am Schreibtisch daneben sogar eine ähnliche Liste. Dann stellt sich die Frage: Warum führen wir diese Informationen mehrfach und können wir sie nicht zentral im System abbilden?
All das kostet zunächst einmal Geld. Wie erleben Sie die Investitionsbereitschaft angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit?
Wir sehen seit geraumer Zeit eine gewisse Investitionszurückhaltung in vielen Branchen. Das merken wir natürlich auch als IT-Dienstleister. Aber gerade eine ruhigere Phase kann ein guter Zeitpunkt sein, um sich auf das zukünftige Geschäft vorzubereiten. Letztlich gehört es zum Unternehmertum, trotz Unsicherheit zu entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt für eine Modernisierung gekommen ist.
Wer heute investiert, muss auch überlegen, welche Technologien morgen wirklich relevant sind. Was wird uns aus Ihrer Sicht in den nächsten Jahren am stärksten beschäftigen?
Aus unserer Sicht eindeutig die KI-gestützte Bearbeitung von Prozessen und Aufgaben. Wir nutzen solche Anwendungen auch selbst und sehen, wie sehr sie uns unterstützen können. Das Thema entwickelt sich enorm schnell. Ich gehe davon aus, dass uns KI in den nächsten zwei bis drei Jahren massiv beschäftigen wird. Viel weiter würde ich im IT-Bereich momentan gar nicht in die Zukunft schauen. Dafür verändert sich zu viel in zu kurzer Zeit.
Bei der Vielzahl neuer KI-Lösungen dürfte es für Unternehmen allerdings schwierig sein, zu entscheiden, was tatsächlich sinnvoll ist. Wie gehen Sie damit um?
Wir werden momentan fast wöchentlich mit neuen Themen konfrontiert. Auch wir als Berater müssen deshalb sortieren: Was davon bringt einem Unternehmen tatsächlich einen Mehrwert und welches Werkzeug passt zum jeweiligen Kunden? Es geht nicht darum, KI einzusetzen, nur weil sie gerade überall diskutiert wird. Die Anwendung muss zum Unternehmen und zu seinen Prozessen passen.
Ein Unternehmen, das diesen Weg gerade geht, ist Paul M. Müller. Was genau steckt hinter diesem Projekt?
Wir unterstützen Paul M. Müller dabei, die bestehenden Prozesse zu überprüfen und sie in einer neuen Softwareumgebung bestmöglich abzubilden. Dazu gehören die Stammdaten genauso wie Finanzbuchhaltung, Verkauf, Einkauf, Produktion, Logistik und Management. Im Grunde machen wir eine Bestandsaufnahme der Unternehmensprozesse und überlegen: Was ist heute vorhanden und wie können wir es künftig besser abbilden?
Welchen Fehler sollten Unternehmen bei einer solchen Modernisierung vermeiden?
Einfach aus alt neu zu machen. Wenn ich eine neue Software einführe und alle alten Daten und Prozesse eins zu eins übernehme, habe ich am Ende zwar eine neue Oberfläche, aber im Grunde noch dieselben Strukturen. Deshalb sollte man die Gelegenheit nutzen und fragen, bestehende Abläufe grundsätzlich zu hinterfragen, statt sie einfach in die neue Systemwelt zu übertragen. In der IT sprechen wir dabei auch von einem Greenfield-Ansatz. Man startet auf der grünen Wiese und übernimmt nur das, was tatsächlich benötigt wird. Wenn ein Unternehmen bereit ist, diesen Weg zu gehen und seine bisherigen Abläufe wirklich zu hinterfragen, macht ein solches Projekt auch Spaß.
*zentrale Software zur Steuerung und Verwaltung eines Unternehmens – etwa in den Bereichen Lager, Verkauf, Finanzen, Einkauf, Personal oder Produktion.
Zur Person:
Axel Lehnen ist Senior Projektleiter bei Aptean und begleitet Unternehmen bei der Einführung und Modernisierung von Unternehmenssoftware. In seiner Arbeit beschäftigt er sich unter anderem mit der Optimierung und Digitalisierung von Geschäftsprozessen sowie mit der Frage, wie sich neue Technologien sinnvoll in bestehende Abläufe integrieren lassen. Aktuell begleiten er und sein Projekt-Team Paul M. Müller bei der Umstellung auf Microsoft Dynamics 365 Business Central in Verbindung mit der F&B Lösung von Aptean.
Der Frachtenmarkt für Straßentransporte bleibt angespannt. Hohe Kraftstoffkosten, steigende Betriebskosten, der anhaltende Fahrermangel und geopolitische Spannungen beeinflussen die Transportpreise und die Verfügbarkeit von Laderaum. Eine Entspannung ist aktuell nicht absehbar. In der Logistik bedeutet das neben steigenden Transportkosten auch eine zunehmend anspruchsvollere Planung von Warenströmen.
Ein wesentlicher Kostentreiber bleibt der Dieselpreis, da er sich unmittelbar auf die Kalkulation der Speditionen auswirkt. Auch der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) weist auf eine anhaltende Belastung durch hohe Dieselpreise hin.
Der strukturelle Fahrermangel verschärft die Situation zusätzlich: Nach Angaben des BGL fehlen in Deutschland rund 120.000 Lkw-Fahrer*innen – Tendenz weiter steigend. Der Wegfall der Fahrausbildung bei der Bundeswehr sowie die hohen Kosten für Führerschein und Berufskraftfahrerqualifikation in Höhe von rund 7.500 Euro bis über 10.000 Euro erschweren die Nachwuchsgewinnung in der Branche. Als Folge bleiben die Transportkapazitäten begrenzt – gerade in Zeiten höherer Nachfrage oder saisonaler Spitzen ist kurzfristig verfügbarer Laderaum daher schwer zu finden.
Ähnlich sieht es bei den Seefrachten aus. Obwohl sich der Seeverkehr durch den Suezkanal erholt, liegt er noch deutlich unter dem Niveau vor der Krise im Roten Meer. Das zeigt auch der Red Sea Transit Monitor von Lloyd: Im August 2026 wurden gerade einmal 184 Containertransits registriert, während es im August 2023 noch 549 waren. Gleichzeitig kehren erste große Reedereien auf die Suez-Route zurück. Maersk und Hapag-Lloyd haben bereits weitere Containerdienste über das Rote Meer für die kommenden Wochen angekündigt. Da die Sicherheitslage jedoch volatil bleibt, sind erneute Umleitungen weiterhin möglich.
Für die kommenden Monate bleibt daher eine vorausschauende Transportplanung entscheidend. Frühzeitige Abstimmungen mit Logistikpartnern und eine möglichst langfristige Sicherung benötigter Transportkapazitäten können dazu beitragen, kurzfristige Engpässe und zusätzliche Kosten zu vermeiden. Mit unserem Team sind wir bestens aufgestellt, behalten die Lage im Blick und finden passende Lösungen.

Ein Stück Sommer auf dem Teller: Kaum eine Frucht steht so sehr für sonnige Tage wie der Pfirsich. Genau deswegen sind Adria Pfirsiche unser Produkt des Monats im September. Mit ihrem fruchtig-süßen Aroma und dem saftigen Fruchtfleisch machen sie Frühstücksbuffets, Dessertkarten und süße Klassiker rundum perfekt. Griechenland zählt seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Anbau- und Verarbeitungsstandorten für Pfirsiche in Europa und verfügt über eine lange Tradition in der Herstellung von Pfirsichkonserven. Unsere Adria Pfirsiche – als halbe Früchte, in Schnitten oder als Würfel – sind mit 480 g, 1.500 g, 2.400 g oder 3.000 g Abtropfgewicht erhältlich.
Schon gewusst? Das berühmte Dessert Pfirsich Melba wurde Anfang der 1890er-Jahre vom französischen Starkoch Auguste Escoffier im Londoner Savoy Hotel zu Ehren der australischen Opernsängerin Nellie Melba kreiert. Gemeinsam mit Bananensplit oder „Heiße Liebe“ weckt es bei vielen bis heute schöne Kindheitserinnerungen. Warum diese Klassiker also nicht einmal neu mit unseren Adria Pfirsichen interpretieren?
Mehr Infos auf unserer Webseite we-love-adria.com.

Seit Juli bereichert Laura Margarita Franco Moreno unser Logistik-Team und ist dafür zuständig, dass die gewünschte Ware zur richtigen Zeit bei unseren Kunden ankommt. Laura musste Paul M. Müller vorübergehend verlassen, weil ihr Aufenthaltstitel vom Kreisverwaltungsreferat München nicht rechtzeitig verlängert worden war. Aber auch darüber hinaus ist ihr Weg zu uns spannend und inspirierend zugleich: Vor fünf Jahren hat Laura ihr Studium der Hotel- und Tourismusverwaltung in Kolumbien abgeschlossen und ist nach Deutschland gezogen. Hier arbeitete sie ein Jahr als Au-pair und anschließend im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) in einem Kindergarten für Kinder mit Behinderung. Dabei lernte sie Deutsch – und zwar so gut, dass sie im Anschluss eine Ausbildung zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung absolvierte. „Logistik betrifft alle Betriebe und Bereiche. Es passte also super als Weiterbildung zu meinem Studium“, erzählt Laura. Jetzt – drei Jahre später – freuen wir uns, dass sie Teil unseres Teams ist.
High Protein ist im Trend. Hülsenfrüchte waren mit ihrem hohen Eiweißgehalt ihrer Zeit einfach voraus. Eine aktuelle YouGov-Analyse zeigt: Der Markt für High-Protein-Produkte wächst um 39,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereits 48 Prozent der deutschen Verbraucher:innen kaufen Lebensmittel mit der Kennzeichnung „High Protein“ oder „proteinreich“. Bei der Generation Z (Geburtsjahrgänge 1997 bis 2012) sind es sogar 75 Prozent. Dabei braucht es für eine proteinreiche Ernährung nicht immer speziell angereicherte Produkte. Viele Lebensmittel liefern von Natur aus wertvolles pflanzliches Eiweiß. Kichererbsen, Kidneybohnen und weiße Bohnen erleben daher aktuell ein echtes Comeback. Bei Adria gehören sie für uns aber bereits seit vielen Jahren zum Sortiment. Sie sind vielseitig einsetzbar und passen perfekt in Bowls, Salate, Suppen, Currys oder mediterrane Gerichte. Wir beraten Sie gerne zu den passenden Produkten für Ihre Anforderungen.

„Die Gastro-Branche ist wahnsinnig resilient. In einer Zeit mit unzähligen Verordnungen, wachsender Bürokratie und angespannter Wirtschaftslage beweist sie, dass sie vielen Herausforderungen trotzt und immer weiterkämpft“, sagt Erwin Erb in unserer Interviewreihe „Zukunftsmut“. Die eigenen Konzepte und das bestehende Sortiment immer wieder überdenken – darin sieht der Geschäftsführer der Miesbacher Gastroservice GmbH zwei wichtige Erfolgsfaktoren. Im Interview verrät er zudem, welche Innovationen für ihn aktuell an Bedeutung gewinnen und was ihn optimistisch stimmt.
Sie haben ebenfalls Zukunftsmut und eine Geschichte, die Sie mit uns teilen möchten? Dann schreiben Sie uns an info@paulmmueller.com – wir sind gespannt!

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