Urlaub und Realität

Viele kommen gerade gut erholt aus dem wohlverdienten Jahresurlaub zurück, doch die harte Realität holt uns schnell wieder ein. Privat: Der Italiener um die Ecke hat auf einmal einen zusätzlichen Tag in der Woche geschlossen, selbst edle Gourmetrestaurants sind plötzlich nur noch von Dienstag bis Samstag geöffnet. Das Gemüse auf dem Wochenmarkt ist schon wieder teurer geworden, die Croissants beim Bäcker auch. Geschäftlich: Lieferanten kündigen massive Preiserhöhungen an, Verträge lösen sich in Luft auf, besprochene Abnahmen platzen, steigende Zinsen und der Abwertungsdruck beim Euro machen jede Kalkulation unsicher.

Natürlich wissen wir, woran das liegt, wer und was dafür verantwortlich ist. Wir wissen auch, dass viele Marktteilnehmer in unserer Branche mit dem Rücken zur Wand stehen, immer mehr Endkonsumtenn eher für Heizung und Strom bezahlen werden als für den gewohnten Restaurantbesuch oder den gut gefülten Einkaufswagen.

Ein gefährlicher Cocktail, mit dem wir wohl in der nächsten Zeit zurecht kommen müssen.
Trotzdem verlieren wir bei Paul M. Müller weder den Optimismus noch die Investitionsfreude. Unsere neue ADRIA-Website steht in den Startlöchern – seien Sie gespannt, wir sagen rechtzeitig Bescheid. Personell sind wir top aufgestellt, unsere langjährigen Lieferanten und Spediteure halten zu uns und wir unterstützen uns gegenseitig. Herausforderungen betrachten wir als Chance für die Zukunft. Denn diejenigen, die ihre Hausaufgaben gemacht haben und fähig sind, sich der neuen Situation anzupassen, werden auch morgen das Rennen machen.

Thomas Schneidawind

Zukunft gewinnen

Auf der Suche nach Orientierung können wir in Zukunft nur gewinnen, wenn wir in Bewegung bleiben. Deshalb ist es auch an der Zeit, den Marktbericht (übrigens der älteste in unserer Branche) aufzufrischen! Was mich bewegt, und was wir sonst noch alles geschafft und für Sie in Erfahrung gebracht haben, lesen Sie hier.

Wir verlieren unsere Kunden, ihre Wünsche und Nöte nie aus den Augen. Während meiner letzten Reise zu Lieferanten von Paul M. Müller (PMM) in Italien ist mir beispielsweise bewusst geworden, wie sehr die Hersteller im Dilemma stecken. Sie wissen um die leeren Märkte und spüren den Nachfragedruck aus dem Handel. Sie wollen produzieren, die Kapazitäten hochfahren und mehr liefern — doch sie können nicht. Die Reserven sind nach zweieinhalb Jahren Ausnahmezustand erschöpft, Kredite teurer, Banken restriktiver. Bei den momentan sich nahezu verdoppelnden Herstellungskosten lassen sich bei einem gleichbleibenden Produktionsbudget gerade mal noch 50 % des Outputs realisieren. Die Folge: Ein Hauen und Stechen im Markt um neue Ware. Lesen Sie dazu unsere Analyse zur Entwicklung auf dem Tomatenmarkt. Ob das gut geht? Mich stimmt das nachdenklich. Trotzdem gilt: Wir müssen dranbleiben, uns weiterentwickeln. Und ich versichere: Wir stehen als erfahrener Importeur an Ihrer Seite.

Thomas Schneidawind

Portugal:

Trends

Die Versorgung mit Tomatenprodukten ist von unserer Seite aus gesichert. Sowohl Tomatenmark als auch die Klassiker wie Schältomaten und Pizza-Sauce sind aus neuer Ernte nach und nach endlich wieder verfügbar. Wir haben rechtzeitig reagiert und weltweit nach den gesuchten Produkten Ausschau gehalten.

Allerdings hat uns die Tomate als Lieblingsprodukt diesmal richtige Kopfschmerzen bereitet – wir haben immer wieder offen und ehrlich über die Herausforderungen in dieser Saison berichtet: Dürre in Südeuropa, der Ausfall der Ukraine als Produzent von Tomatenmark, Preisexplosion bei der Energie (insbesondere Gas) und bei Verpackung, politische Instabilität in Italien, unsichere Erträge … Die Gaspreisentwicklung stellt auch die Zulieferer der Fabriken (Etiketten, Kartons, Plastik, Gläser…) vor große Probleme, die bei der Produktion ebenfalls viel Energie verbrauchen.

Ein brisanter Mix, der alles zusammen jetzt schon zu Preisexplosionen von über 100 % bei den 2650 ml Schältomaten im Vergleich zum Vorjahr geführt hat.

Alternativen gibt es kaum. Tomatenprodukte aus der Türkei oder aus Griechenland sind ebenfalls bereits „horrend teuer“, berichten unsere Partner. Die Preissituation sei außer Kontrolle geraten, klagt ein Produzent. Nicht nur wegen hoher Produktionskosten, sondern auch weil schlicht das Grundmaterial fehlt (zur Herstellung von Tomatenmark, für getrocknete Tomaten, Pizzasauce).

Wie geht es weiter? In Portugal und in Italien wird die Ernte, wenn das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, bis Anfang Oktober laufen. Es ist ausreichend Rohware zur Verarbeitung vorhanden. Im Norden Italiens mehr (rund 2,8 Mio. Tonnen), im Süden dieses Jahr weniger (max. 2,6 Mio. Tonnen). Das Catering-Business sucht weiter verstärkt nach der 3-Kilo-Dose (geschälte Tomaten und Würfelware) sowie die weiterverarbeitende Industrie nach Fassware für alle Tomatenvarietäten), für die es aber kaum Offerten gibt. Im Angebot sind Kleindosen (z. B. 425 ml) – größtenteils auch noch Restbestände aus dem Vorjahr, weil die Order vieler Kunden aus dem Supermarkt-Segment zur Lockdownzeit zu optimistisch gewesen war.

Mit Conesa, einem der führenden Verarbeiter von Tomatenprodukten auf der iberischen Halbinsel, haben wir u.a. einen Top-Partner, der pro Ernte über 340.000 Tonnen an frischen Tomaten verarbeitet. Das Unternehmen verfügt über weltweite Standorte. PMM arbeitet mit dem alteingesessenen Conesa-Ableger (ehemals Sopragol) in Mora, Portugal, seit Jahrzehnten zusammen.

Der Hersteller hat sich dort länger schon neben Dosen (5 Mio. Stück) auf die Herstellung von Tomatenprodukten in Fässern spezialisiert. Sicher: Die Vollkonserve macht in Zeiten hoher Energiekosten Sinn in der Küche, da man bei der Lagerung ohne Kühlung auskommt. Wir stehen dazu, darin liegen PMMs Wurzeln. Der Trend muss jedoch hin zu alternativen Verpackungen gehen, da die Weißblechdose trotz unschlagbarer Produktionseffektivität im Vergleich zum Pouch bald unbezahlbar wird.

PMM hat daher als Produktneuheit von einem anderen portugiesischen Top-Hersteller jetzt erstmals auch die 5×3 kg Pouch mit ADRIA Pizzasauce neu auf den Markt gebracht. Das wird die Zukunft sein, ob es gefällt oder nicht, wir müssen auch bei diesem Artikel neue Wege gehen. Testen lohnt sich!

Türkei:

es bleibt schwierig

Die Peperoni-Ernte in der Türkei ist durch, die von Paprika läuft noch bis Mitte Oktober. Bei Jalapeños gab es in dieser Saison eine Rekordernte – mit dem Ergebnis, dass nach dem Run darauf innerhalb kürzester Zeit alles verkauft war. 

Im Detail: Bei Peperoni müssen wir ein schlechtes Ernteergebnis konstatieren. Weniger Ertrag auf den Feldern führte zu einem „Hauen und Stechen um Rohware“, wie Marktkenner berichten. Das gleiche Szenario sehen wir bei Paprika. Es betrifft vor allem die Paprikasorten Topa (Rundpaprika) und Kapia (Spitzpaprika). Hintergrund: Die Produzenten von Paprikamark suchen derzeit so viel Rohware wie möglich, weil der Marktpreis für Paprikamark interessant geworden ist. Im PMM-Marktbericht Juli hatten wir diese Turbulenzen bereits vorhergesehen. Für alle Paprikaprodukte zeigt sich nun ein spürbarer Preisanstieg an. Nicht zuletzt macht sich auch am Bosporus das Problem von dramatischen Kostensteigerungen bei Energie, Löhnen und Verpackungsmaterial immer stärker bemerkbar. Hinzu kommt eine galoppierende Inflation im Land (offiziell 80%; inoffiziell dreistellig), welche die kritische Entwicklung auf Produzentenseite befeuert. Dieser wird auch PMM Rechnung tragen müssen. 

Griechenland:

Endspurt

Endspurt bei Pfirsich-Produkten: Nachdem in diesem Jahr die Rohware (hauptsächlich Plattpfirsiche) in Griechenland sehr klein ausgefallen ist, standen für die Herstellung von Pfirsich-Scheiben und -Würfeln geringere Mengen als üblich zur Verfügung. Hagel und schlechtes Wetter haben die so genannten Bergpfirsiche, die auf rund 1000 Metern Höhe angebaut werden, zu fast 70 % beschädigt oder vernichtet. Diese Sorte wurde daher eher zu Püree oder Konzentrat verarbeitet und kam weniger in die Konserve. Unter gegebenen Bedingungen sprechen Marktkenner insgesamt gesehen trotzdem von einer „normalen Produktion“, die allerdings einmal mehr durch bekannte Kostenfaktoren (Energie, Dosen, Arbeitslöhne) gekennzeichnet ist. Eine aktuell zweistellige Inflation in Griechenland dürfte sich zusätzlich preissteigernd auf die Produktion auswirken.  

Eine spannende Entwicklung zeichnet sich bei Birnen ab: In Hellas werden jedes Jahr mehr Fruchtbäume angepflanzt. Marktbeobachter gehen davon aus, dass man mittelfristig dem Ursprung Italien in Sachen Birnen sowohl mengenmäßig als auch qualitativ Konkurrenz machen möchte.  

Im Bereich Fruchtcocktail erwarten wir Absatzprobleme: Es zeichnet sich ein noch tieferer Umsatz als im Vorjahr ab. Der Grund dafür liegt in den immer teurer werdenden Ingredienzen für das Endprodukt (fünf Zutaten: Ananas, Birne, Kirsche, Pfirsich und Traube). In der höchst angespannten finanziellen Situation vieler Gastronomiebetriebe (aber auch bei Privathaushalten) dürften höhere VK im Handel nur schwer durchsetzbar sein.  

Thunfisch:

Ruhe vor dem Sturm

Das Thunfisch-Business ist weiter von einem regen Auf und Ab geprägt. Traditionell zieht die Nachfrage nach Thunfisch im Oktober weltweit wieder stark an. 

Aktuell liegt der Rohwaren-Preis für die Sorte Skipjack (SKJ) am Handelsplatz Bangkok (BKK) sowie in Papa-Neuguinea (PNG) bei 1800 US$/t. In Manta (Ecuador) werden derzeit 1900 US$/t bezahlt. Im Frühjahr notierte der Preis in Bangkok und Manta für eine Tonne SKJ (der auch „Echter Bonito“ genannt wird) allerdings schon mal bei knapp 2000 US$.  

Bis Ende September gilt noch im größten Fanggebiet Westpazifik (FAO 71) ein dreimonatiger „FAD ban“ (Fangverbot zwischen Juli und September). Das heißt, das Fischen mit Lockbojen ist in diesem Zeitraum verboten. Hinzu kamen zuletzt schlechtes Wetter und hohe Betriebskosten (Dieselöl) für die Schiffseigner, so dass weniger Schiffe auf See waren. Das alles zusammen führte im August im Fanggebiet FAO 71 zu noch geringeren Fangergebnissen im Vergleich zum Vorjahresmonat (-50%). Im September sieht es ähnlich aus. Marktinsider glauben, dass die Fangquoten in den Monaten August und September den Preis bis zum Ende des Jahres bestimmen werden. Sobald die Nachfrage also wieder ansteigt, wird der Preis ebenfalls nach oben klettern. Das wird spätestens im Herbst sein, wenn traditionell die großen Ausschreibungen aus dem Einzelhandel kommen, die dann auf ein geringeres Marktangebot treffen werden. Preistreiber ist außerdem der schlechte Umrechnungskurs Euro/Dollar, durch den die Inflation nach Europa importiert wird. Denn alles, was in US$ zu bezahlen ist, wird zusätzlich durch den schwachen Euro teurer … 

Nach unseren letzten Informationen sind die Produzenten von Dosen-Thunfisch bereits bis Dezember ausgebucht. Verhandelt wird derzeit über Verschiffungen für Januar und Februar 2023. Aber keine Sorge: Wir sind bestens ausgestattet mit Thunfisch in höchster Qualität (in der haltbaren Dose und als platzsparendes Pouch Pack). Fragen Sie bei unseren PMM-Experten einfach direkt an. 

Tomaten:

vier Fazite und eine Vorfreude

Die kräftigen Tomatenstauden in Italien Anfang Juli machten Hoffnung und Vorfreude. Hält die Ernte 2022, was uns der Blick über die weiten Felder verspricht? Alle warten sehnsüchtig auf die roten Muntermacher …

PMM war im Norden und Süden des Landes für Sie vor Ort. Unsere Gesprächspartner dort berichtetn, dass es bis dahin „keine Probleme bei Pelati, Tomatenpulpe und weiteren Tomatenprodukten“ gibt, auch wenn die Anbauflächen für Tomaten insbesondere in Míttel- und Süditalien nach Angaben des italienischen Herstellerverbands von Lebensmittelkonserven Anicav (Neapel) um bis zu 15 % zurückgegangen sind.

Getrübt wird die Vorfreude dennoch von der extremen Wetterlage – der wochenlangen Dürre in Norditalien (im Süden weniger). Die Bauern haben große Angst vor Austrocknung noch auf den letzten Metern. Aber auch die Produzenten versetzt das fehlende Wasser in Alarmstimmung. Sie benötigen bei den Herstellungsprozessen ebenfalls viel Wasser. Die italienische Regierung rief soeben den Notstand aus für die nördlichen Provinzen. Durch den Beschluss kann die Regierung einfacher Gelder und Hilfsmittel zur Bekämpfung der Folgen der Trockenheit in den betroffenen Gebieten frei machen. Wassermangel drückt das Ergebnis übrigens auch in Kalifornien, wo die Erntemenge wohl nicht über 11 Mio. t liegen wird. Extreme Wasserknappheit und weniger Anbaufläche für Tomaten werden aus Spanien gemeldet. Auch in Portugal herrscht Trockenheit, dennoch erwarten Marktkenner bei der Tomatenernte einen Output für 2022 auf Vorjahresniveau. Eins ist aber schon ganz sicher: Speziell Pizza-Sauce ist Mangelware. Portugal ist der wichtigste Ursprung bei diesem Artikel. Der größte Lieferant für dieses Produkt hat jedoch enorme Schwierigkeiten. Der Bedarf nach der neuen Ernte ist somit riesig. Tomatenmark wird „an allen Ecken und Enden fehlen“, warnen Insider. Trotz deutlich höherer Frachtraten als noch vor zwei Jahren, einem Zollsatz von 14,4 % und einer Parität beim USD zum EUR, kann China in Sachen Tomatenmark eine Alternative sein. Wir bedanken uns außerdem für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und verlässliche Partnerschaft mit Mutti in dieser angespannten Marktlage, speziell im letzten Halbjahr. PMM ist Vertreter von Mutti für den Bereich Großverbraucher in Deutschland mit über 40 Produkten.

 

Fazit 1: Keine Überhänge aus letzter Ernte, weniger Rohmaterial weltweit, hohe Material- und Transportkosten sowie weiter steigende Energiepreise lassen alle Endprodukte deutlich teurer werden. Die Folge sind Mengenkürzungen und Zuteilungen bei Verträgen aus der neuen Produktion. Die Hersteller wollen bzw. können nicht mehr das volle Risiko tragen und wie gewohnt Jahresverträge anbieten. Zusätzlich kommen Zweifel auf angesichts der Konjunkturerwartungen, den steigenden Inflationszahlen und der erneut aufflammenden hohen Inzidenzen bei Corona. Es herrscht ein Verkäufermarkt, wie wir ihn schon lange in dieser Form nicht mehr gesehen haben! Wir müssen uns alle umstellen und von alten Gewohnheiten verabschieden. Wer diesen Weg nicht gehen will, wird trotz gefühlter Marktmacht in dieser Saison nicht erfolgreich zum Ziel kommen.

Fazit 2: Bei energieintensiven Produkten wie z.B. Tomatenmark sehen wir größte Schwierigkeiten auf uns zukommen. Rohmaterial aus der Ukraine und Spanien fehlt, und explodierende Gaspreise machen die Produktion immer unwirtschaftlicher.

Fazit 3: Für die neue Ernte muss man neue Wege gehen und Dose versus Pouch intensiv prüfen. Egal ob Tomatenpulpe, Pizza-Sauce oder Tomatenmark – die Vorteile überwiegen deutlich, und jetzt ist die Zeit für einen Wechsel besser denn je. Da, analog wie beim Dosenblech und den Gläsern auch bei den leeren Beuteln (übrigens in allen Formaten) die Versorgung unrund läuft, sind mutige und schnelle Entscheidungen erforderlich. Fragen Sie bei uns an, der Preisunterschied je Kilo wird Sie überraschen!

Fazit 4: Trotz der vielen Sorgen den Optimismus und Humor nicht vergessen! Wir von PMM blicken immer zuversichtlich nach vorne und bleiben unseren Leitsätzen treu. Auch in schwierigen Zeiten bewahren wir einen kühlen Kopf und bieten einiges an Neuheiten: Schältomaten mit Basilikum (A-10-Dosen) in ADRIA-Premium-Qualität. Als Convenience-Produkt feinste 2×5 kg Tomatenpulpe unter DONNA ROSA sowie 10-kg-Beutel bei Tomatenmark.

Und zu guter Letzt gibt es ab September 2022 einen echten Trendsetter: 2650 ml Schältomaten im extra angedickten Saft mit 1850 g ATG in den ganz neuen PAOLO-ROSSI-Lithodosen.

Aprikosen:

kleiner und hochpreisig

Die Ernte in Griechenland wurde verspätet eingefahren und liegt mit einem Gesamtvolumen von rund 50.000 t etwas unter dem Vorjahr. Die Früchte fallen kleiner aus. Insgesamt 12 Fabriken (inklusive TK-Hersteller) benötigen und verarbeiten die Rohware. Nach enormen Preissteigerungen für Zucker, Dosen und Energie werden jetzt auch höhere Preise für Fässer und Beutel verlangt. Unabhängig von der Angebots- bzw. Verpackungsart – der Inhalt wird zwangsläufig teurer. Eine ähnliche Preistendenz zeichnet sich auch in Spanien ab, wo ebenfalls weniger Rohware als im Vorjahr zur Verfügung steht.

 

Pfirsiche:

drohende Unterversorgung

Quelle: WTO

Die Pfirsich-Ernte in Griechenland startet soeben und wird voraussichtlich bis Ende August oder sogar Anfang September dauern. Für 2022 rechnen Marktbeobachter mit einer Rohwarenmenge aus Griechenland von rund 350.000 t der für die Industrieverarbeitung verwendeten Pfirsich-Varietät «Pavia». Das ist zwar ein Plus von 38 % im Vergleich zum Vorjahr, jedoch immer noch deutlich weniger (-12 %) im Vergleich zu den durchschnittlichen Ernteerträgen in den Jahren 2016 bis 2020. Die neuen Rohwarenpreise sind noch nicht fixiert, erste Quotierungen werden mit Erscheinen dieses Marktberichts erwartet. Marktkenner gehen allerdings von leicht höheren Preisen in Höhe von 1-2 % aus aufgrund bekannter, steigender Kostenfaktoren (Energie/Verarbeitung/Verpackung). Wichtig zu wissen: Es gibt so gut wie keine unverkauften Mengen mehr aus dem Vorjahr, die neue Ware stößt also auch hier (wie bei Tomaten) auf leere Märkte.

In Spanien werden in diesem Jahr nur 181.000 t der Sorte Pavia (-47 % weniger als 2021) zur Verfügung stehen. Das ist ein eklatantes Missverhältnis zwischen Nachfrage und Angebot und wird dazu führen, dass die meiste verarbeitete Ware in den inländischen Konsum geht. China, weltweit größter Ursprung (mit einer Anbaufläche von rund 867.000 ha für weiße und gelbe Pfirsiche/Output an Rohware bis zu 12 Mio. t) ist nur bedingt eine Alternative. Die Gründe: Erstens spielte auch dort das Wetter in den Hauptanbaugebieten nicht mit (Dürre), zweitens wird die meiste Ware in den heimischen Markt oder in die USA fließen und drittens ziehen Kostensteigerungen für Energie, Blech, Verpackung und Transport deutliche Preiserhöhungen nach sich. Aufgrund dieser Gesamtentwicklung droht insgesamt eine Unterversorgung auf dem europäischen Markt mit entsprechenden Preisaufschlägen.

Übrigens: Das Handelsvolumen von Dosen-Pfirsichen sinkt bereits seit 2010 kontinuierlich – dramatisch im letzten Jahr von rd. 710.000 t (2020) auf rd. 620.000 t in 2021 (s. Grafik li). Allerdings war 2020 auch das erste Pandemie-Jahr, in dem der Run auf Dosenware wohl weltweit besonders stark war. Interessant zu wissen ist aber auch: Die Hauptimporteure jener 620.000 t an Dosenpfirsichen waren im letzten Jahr nach den USA, Deutschland und Japan.

Ananas:

rar und teuer

Der Erntebeginn in Thailand war vielversprechend. Im Juni/Juli jedoch ging die Menge an täglich angelieferter Rohware von 7000 auf zuletzt nur noch 2000 t/Tag zurück. Der Preis schnellte auf knapp 7,5 THB/kg hoch. Bestandsware war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Zudem schlossen soeben die Fabriken ihre Bänder aufgrund des gesetzlichen Shutdowns bis Mitte September. Danach geht die Winterernte los. Das momentan verfügbare Angebot ist knapp und teuer. PMM konnte jedoch rechtzeitig bestellen und ist aktuell noch mit bester Qualität ausgestattet (Ananas-Scheiben/-Stücke in jeweils 3 Dosengrößen).

Türkei:

Turbulenzen

Im Ursprung Türkei verspätet sich die normalerweise derzeit stattfindende Ernte von Peperoni und Tomaten nach schlechten Wetterbedingungen (u.a. Trockenheit) um mindestes zwei Wochen. Die Ernte von grünen Peperoni der Varietäten Lombardi und Macedonia sollte eigentlich früher durch sein, tatsächlich geht sie jetzt erst in der zweiten Julihälfte los. Der Markt schreit danach – erwartet wird jedoch ein geringerer Ertrag.

Grüne und rote Peperoni haben sich im Vergleich zum Vorjahr massiv verteuert. Bei Peperoni und Jalapeños sind die Packer nahezu ausverkauft. Rote Paprika (z.B. runde Tomatenpaprika (Topa), längliche Spitzpaprika (Kapia) und die nicht ganz so tiefroten (California Wonder)) wurden zu 50 % weniger angepflanzt, und die Ernte verspätet sich ebenfalls. Für Topa-Paprika gibt es noch Offerten. Allerdings nur zu Tagespreisen, da sich der größte Leerdosenlieferant in der Türkei tägliche Preisänderungen vorbehält und die Rohware sehr volatil ist.

Hohe Preise sind auch bereits für jene Industrie-Tomaten ausgemacht, die für Tomatenmark oder für sonnengetrocknete Tomaten verwendet werden. Für beide Produkte wird aus dem gleichen Pool geschöpft. Aufgrund der immensen Nachfrage von Tomatenmark wird der überwiegende Teil der verspätet geernteten Tomaten in die Produktion von Tomatenmark gehen, berichten unsere Partner in der Türkei. Folge: Weniger und teurere getrocknete Tomatenware.

„120 Mittagessen schafft man nicht einfach mal so."

-Lutz Sperr
Die beiden Hotel-Liebhaber Edeltraut und Lutz Sperr sind Inhaber und Betreiber des Ferienparadieses „Senhoog“ auf Sylt (Ferienhäuser) sowie im österreichischen Bergidyll Leogang (Chalets). Die Wurzeln der Familienunternehmer (seit 1978) jedoch liegen im westdeutschen Rechenberg, wo die Vollblut-Gastronomen ebenfalls eine beindruckende Hotel- und Eventwelt aufgebaut haben. Der dortig ansässige Landgasthof Rössle ist über die Grenzen hinaus bekannt für seine köstliche Bewirtung. Gerade in diesen herausfordernden Zeiten muss sich Lutz Sperr auf beste Zutaten verlassen können, meint der Profikoch im Gespräch mit PMM.

Paul M. Müller
Herr Sperr, Sie bewirten die Gäste für ihr Leben gern, da müssen die Zutaten stimmen und schmecken. Warum haben Sie sich im Gasthof Rössle für die Fertig-Tomatensauce Salsa Pronta von ADRIA-Premium entschieden?

Lutz Sperr:
Ganz ehrlich, ich finde das Produkt einfach super. Ich mache es auf und es schmeckt. Ein Beispiel: Es soll etwas Vegetarisches geben. Ich bereite also einen Gemüsestrudel vor, mache die Salsa Pronta heiß und binde sie leicht ab. Sie schmeckt genau wie eine Tomatensauce, die ich selber gekocht habe. Vom Geschmack her ist sie sehr gut ausbalanciert, man braucht nicht einmal mehr zu salzen.

Aber kochen Sie nicht auch gerne selber Tomaten ein?

Das ist meistens sogar günstiger, klar. Wir haben immer selber Tomatensauce gekocht, dann als 2-Kilo-Packung eingefroren und bei Bedarf herausgegeben. Jetzt machen wir die Salsa-Pronta-Dosen auf, wenn es stressig wird – das erleichtert uns die Arbeit. Ich verwende sie für alles Mögliche und koche sie überall rein. Auch wenn ich andere Tomatendosen zur Verfügung habe.

Zum Beispiel?

Wenn ich etwa Lasagne zubereite oder jetzt kürzlich auch zum Anrichten einer Bolognese-Sauce mit Fleisch aus eigener Schlachtung. Das koche ich mit Salsa Pronta. Die Dosen von Paul M. Müller bestelle ich über einen Großhändler vom Service-Bund, und ich kann sie für so vieles verwenden, das ist wirklich toll. Man kann sich drauf verlassen.

Was verbinden Sie mit dem Namem „Salsa Pronta“?

Eigentlich nichts. Das war so: Ich habe die Dosen zum Testen bekommen, geöffnet und probiert. Es war lecker!. So einfach ist das. Der Name per se ist für mich kein Motiv, etwas zu kaufen. Ich hatte die Chance, das Produkt zu probieren und es hat geschmeckt. Das war ́s!

So sollte ein zeitgemäßes Convenience-Produkt sein …

Ja, und dieses ist auch noch hochwertig. Ich habe mich gefragt: Wenn ich die Tomatensauce selber kochen würde, wäre die besser? Vermutlich nicht. Für uns ist das genial. Wenn mal drei Köche ausfallen, bin ich in Stress-Situationen dankbar, wenn ich etwas zur Hilfe nehmen kann. Dem Gast schmeckt es sicher 100-%ig.

In welchem Moment haben Sie das Produkt am meisten geschätzt?

Auf jeden Fall während der Corona-Pandemie und wenn viele Mitarbeiter fehlen. Aber das darf einen ja nicht davon abhalten, gute Küchenarbeit zu leisten. Allerdings: 120 Mittagessen auf höchstem Niveau zu servieren – das schafft man nicht einfach mal so.

Wir bedanken uns für das Gespräch.

DIE WIESN-Laune ...


… lassen wir uns nicht nehmen. Lederhosen an, den Schnurrbart gestutzt, das Dirndl übergestreift und gute Laune eingepackt – auf geht´s am 17. September zum größten Volksfest der Welt. Nach zweijähriger Corona-Pause findet das Oktoberfest in München endlich wieder statt (bis 3. Oktober). Paul M. Müller ist traditionell natürlich dabei.

Wir freuen uns drauf und auf unsere treuen Gäste!

PMM stark:

als Dachmarke

Apropos seinen eigenen Weg gehen: Paul M. Müller (PMM) wird als neue Dachmarke durchstarten, natürlich unter der gleichen Domain natürlich paulmmueller.com, aber mit komplett neuem Look & Feel. Der Relaunch ist gerade in vollem Gange. Die Bereiche Service und Info werden laufend ausgebaut. Unsere begehrte Wissensreihe „PMM-College“ ist sofort präsent. Und es kommt noch besser: Unter dem Dach von PMM positionieren wir besonders eindrucksvoll unsere Marken: Den Start macht unsere beliebte Eigenmarke ADRIA. Seien Sie gespannt, was da alles auf Sie zukommt!

Logistik:

schnell sein

Im August ist in Italien traditionell Ferienzeit, Mitte des Monats (am 15. 8.) wird außerdem Ferragosto (Mariä Himmelfahrt) gefeiert. Speziell in der Woche davor und danach (KW 32-34) wird es kaum LKW-Verladungen geben. Laderaum ist ein wertvolles Gut in dieser seit Wochen ohnehin angespannten, schwierigen Situation (weniger LKW, weniger Fahrer, hohe Spritkosten). Geben Sie uns Ihre nächsten Bestellungen rechtzeitig auf, und wir kümmern uns darum, dass alles termingenau geliefert wird!

IFS Broker:

Gratulation!

Die Geschäftsführung von Paul M. Müller gratuliert seinem Team von der Qualitätssicherung (vlnr: Oliver Munz, Jacqueline Neyra Rivera de Ofner, Sonja Urban), das soeben erfolgreich die Zertifizierungsanforderungen nach „IFS Broker“ Version 3.1, 2021 auf Higher Level bestanden hat. „Wir sind stolz auf unsere engagierten Mitarbeiter“, freuen sich die beiden PMM-Chefs Thomas Schneidawind und Fabian Kretschmer.

Good News:

...von unserer Lagerlogistik

Peperoni-Lombardi-Ringe von ADRIA (Dose: 4250 ml) sind endlich wieder verfügbar! Wer weiterhin lieber selber schneiden will in der Küche, der darf gerne immer noch ganze Peperoni-Schoten in bester ADRIA-Qualität (Dose: 4250 ml) bei uns bestellen. Wir haben jetzt endlich wieder beides vorrätig.

 

PMM Community

Sie möchten uns eine Geschichte erzählen oder Erfahrungen aus der Branche mit uns teilen? Sie haben Feedback oder Kritik für uns? Fotos oder Stories? Wir möchten Sie einladen, den PMM-Marktbericht aktiv mitzugestalten, und wir freuen uns über jeden Beitrag, jede Anregung und jede Kritik. DANKE, dass Sie sich die Zeit zum Lesen genommen haben und ein Teil unserer PMM Community sind.

Ihr von Paul M. Müller

Marktbericht per Mail

Wir versorgen Sie mit frischen Branchen News und informativen Interviews – einfach Ihren Namen und E-Mail-Adresse eingeben und auf „Anmelden“ klicken!

Kontakt

Persönlich

erreichen Sie uns montags – freitags von 7:30 – 17:00 Uhr.

Marktbericht per Mail

Wir versorgen Sie mit frischen Branchen News und informative Interviews – einfach Ihren Namen und die E-mail Adresse eingeben und auf „Anmelden“ klicken!