{"id":26536,"date":"2026-03-03T20:38:17","date_gmt":"2026-03-03T19:38:17","guid":{"rendered":"https:\/\/paulmmueller.com\/?post_type=marktbericht-beitrag&#038;p=26536"},"modified":"2026-03-04T19:13:23","modified_gmt":"2026-03-04T18:13:23","slug":"rozhovor-franziska-weidner","status":"publish","type":"marktbericht-beitrag","link":"https:\/\/paulmmueller.com\/cs\/marktbericht-beitrag\/interview-franziska-weidner\/","title":{"rendered":"Rozhovor: Franziska Weidner"},"content":{"rendered":"","protected":false},"author":13,"featured_media":26537,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"categories":[80],"tags":[138],"class_list":["post-26536","marktbericht-beitrag","type-marktbericht-beitrag","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-interview","tag-26-03"],"acf":{"typ":"kolumne","anzeige_extern":"ja","titel_1":"\u201ePlanbarkeit ist f\u00fcr Foodtrucks entscheidend \u2013 und genau deshalb spielen haltbare Produkte und Dosen eine so gro\u00dfe Rolle. Man \u00f6ffnet nur, was man wirklich braucht.\u201c","titel_2":"\u2013 Franziska Weidner","sub-titel":"","zusammenfassung":"Foodtrucks haben sich vom Streetfood-Ph\u00e4nomen zu einem professionellen Catering-Modell entwickelt. Planbare Veranstaltungen, klar definierte G\u00e4stezahlen und strukturierte Abl\u00e4ufe pr\u00e4gen heute das Gesch\u00e4ft. Welche Anforderungen daraus an Produkte, Verpackungen und Lieferlogistik entstehen \u2013 insbesondere im Bereich Convenience und Konserven \u2013, dar\u00fcber spricht Paul M. M\u00fcller mit Franziska Weidner von Food Trucks United aus M\u00fcnchen.","langtext":"<p><strong>Frau Weidner, Foodtrucks erleben seit Jahren einen Boom. Was macht dieses Modell aus Ihrer Sicht so erfolgreich?<\/strong><\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Vorteil ist unsere Mobilit\u00e4t \u2013 und damit die Flexibilit\u00e4t. Foodtrucks sind nicht an einen Standort gebunden. Wir k\u00f6nnen selbst entscheiden, welche Auftr\u00e4ge wir annehmen, wohin wir fahren und wie wir unser Angebot anpassen. Ein Foodtruck ist im Idealfall ein wandelndes Konzept, das sich mit modularen Systemen schnell auf unterschiedliche Anforderungen einstellen l\u00e4sst. Diese Beweglichkeit unterscheidet uns deutlich von der station\u00e4ren Gastronomie. Den direkten Zugang zur Foodtruck-Welt hatte ich schon fr\u00fch \u00fcber meinen Vater, der selbst Foodtrucks betrieben hat. W\u00e4hrend des ersten Corona-Lockdowns habe ich aus n\u00e4chster N\u00e4he erlebt, wie viele Trucks pl\u00f6tzlich ohne Auftr\u00e4ge dastanden \u2013 jeder f\u00fcr sich, ohne Struktur oder Austausch. Genau daraus ist die Idee entstanden, Foodtrucks st\u00e4rker zu vernetzen und professionell zu b\u00fcndeln.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr alle, die Sie noch nicht kennen: Wie ist Ihr Modell konkret aufgebaut?<\/strong><\/p>\n<p>Wir konzentrieren uns ausschlie\u00dflich auf Foodtruck-Catering f\u00fcr Unternehmen \u2013 also auf planbare Events wie Sommerfeste, Mitarbeiterevents oder Weihnachtsfeiern. Festivals oder \u00f6ffentliches Tagesgesch\u00e4ft machen wir bewusst nicht. Wenn ein Unternehmen ein Event plant, zum Beispiel f\u00fcr 200 oder 1.000 Personen, kommt eine zentrale Anfrage zu uns. Diese Anfrage spielen wir in unser Netzwerk von \u00fcber 160 Foodtrucks in ganz Deutschland aus.<\/p>\n<p><strong>Was bedeutet dieses Modell f\u00fcr Organisation, Warenplanung und Einkauf?<\/strong><\/p>\n<p>Die G\u00e4stezahlen stehen im Vorfeld fest, die Termine sind klar definiert. In der Regel reagieren Foodtrucks aus der jeweiligen Region. Das sorgt f\u00fcr kurze Wege und geb\u00fcndelte Eins\u00e4tze. F\u00fcr die Foodtrucks \u2013 und auch f\u00fcr Lieferanten \u2013 bedeutet das eine sehr gute Planbarkeit. Mengen, Einkaufslisten und Lieferbedarfe lassen sich deutlich besser kalkulieren als im klassischen Tagesgesch\u00e4ft.<\/p>\n<p><strong>Und wenn ein Kunde ein bestimmtes Foodtruck-Konzept w\u00fcnscht?<\/strong><\/p>\n<p>Franziska Weidner: Dann kann es auch vorkommen, dass ein Foodtruck aus einer anderen Region anreist. Die zus\u00e4tzlichen Fahrtkosten werden einkalkuliert. An der Warenlogistik \u00e4ndert sich aber nichts: Es geht weiterhin um klar definierte Catering-Mengen, nicht um spontane Nachfrage.<\/p>\n<p><strong>Sie setzen Foodtrucks auch als Kantinenersatz ein. Wie funktioniert das in der Praxis?<\/strong><\/p>\n<p>Wir docken gezielt an Firmen in Gewerbegebieten an, die kein eigenes Mittagsangebot haben. F\u00fcr klassische Kantinen sind diese Volumina oft zu klein, f\u00fcr Foodtrucks ideal. Mitarbeitende werden regelm\u00e4\u00dfig mittels einer solchen mobilen Kantine versorgt \u2013 an festen Tagen, mit bekannten Portionszahlen und klaren Abl\u00e4ufen. Das macht die Warenplanung sehr effizient.<\/p>\n<p><strong>Unterscheidet sich der Warenbedarf von Foodtrucks stark von dem klassischer Gastronomiebetriebe?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, deutlich. Foodtrucks arbeiten selten mit \u00c0-la-carte-Gesch\u00e4ft. Wir wissen im Vorfeld genau, wie viele Portionen an welchem Tag ben\u00f6tigt werden. Das ver\u00e4ndert den Einkauf komplett. Restaurants, die sieben Tage die Woche ge\u00f6ffnet haben, m\u00fcssen viel st\u00e4rker auf Unsicherheiten reagieren. Foodtrucks k\u00f6nnen gezielter einkaufen, haben kleinere Speisekarten und m\u00fcssen sehr schnell arbeiten \u2013 auch wegen des begrenzten Platzes.<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle spielen haltbare Produkte und Convenience-L\u00f6sungen im Foodtruck-Alltag?<\/strong><\/p>\n<p>Eine sehr gro\u00dfe. Gerade im Catering ist Planbarkeit wichtig, aber es bleiben auch Mengen \u00fcbrig. Haltbare Produkte erm\u00f6glichen es, Reste sinnvoll weiterzuverwenden und Food Waste zu vermeiden. Viele Foodtrucks haben keine Lagerhalle, sondern nur Garagen oder Kellerr\u00e4ume. Mehrmals pro Woche beliefert zu werden, ist oft nicht m\u00f6glich. Produkte m\u00fcssen deshalb gut lagerf\u00e4hig und flexibel einsetzbar sein.<\/p>\n<p><strong>Nach welchen Kriterien w\u00e4hlen Foodtrucks ihre Produkte aus?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist immer eine Mischung aus Preis, Qualit\u00e4t, Haltbarkeit, Gebindegr\u00f6\u00dfe und Flexibilit\u00e4t. Es gibt Foodtrucks, die sehr gro\u00dfen Wert auf Qualit\u00e4t legen und immer mit denselben hochwertigen Produkten arbeiten. Andere sind st\u00e4rker preisgetrieben. Entscheidend ist, dass Produkte zur Arbeitsrealit\u00e4t im Truck passen und effizient einsetzbar sind.<\/p>\n<p><strong>Welche Produktkategorien sind dabei besonders relevant?<\/strong><\/p>\n<p>Alles, was sich gut vorbereiten, lagern und schnell einsetzen l\u00e4sst \u2013 zum Beispiel Saucen, Fonds, Br\u00fchen, vegane Komponenten oder Produkte, die sich gut portionieren lassen. Auch Getr\u00e4nke spielen eine gro\u00dfe Rolle, gerade bei Caterings und in der mobilen Kantinenversorgung.<\/p>\n<p><strong>Welche Bedeutung haben Dosen und klassische Convenience-Produkte?<\/strong><\/p>\n<p>Dosen sind extrem praktisch. Sie lassen sich gut lagern, transportieren und portionieren. Man \u00f6ffnet nur so viel, wie man tats\u00e4chlich braucht. Gerade nach Caterings ist das ein gro\u00dfer Vorteil, weil \u00fcbrig gebliebene Ware nicht entsorgt werden muss. Das verbessert die Kalkulation und reduziert Verluste.<\/p>\n<p><strong>Welche Verpackungen funktionieren im Foodtruck weniger gut?<\/strong><\/p>\n<p>Glas ist der absolute Worst Case \u2013 das geht im Foodtruck gar nicht. Bruchgefahr, Gewicht und Platzbedarf sind zu gro\u00df. Auch sehr gro\u00dfe Gebinde sind schwierig, weil der Stauraum extrem begrenzt ist.<\/p>\n<p><strong>Was w\u00fcnschen Sie sich konkret von Herstellern und Lieferanten?<\/strong><\/p>\n<p>Kleinere Gebindegr\u00f6\u00dfen und mehr Flexibilit\u00e4t. Viele Foodtrucks k\u00f6nnen keine gro\u00dfen Mengen abnehmen, sind aber trotzdem relevante Kunden. Bag-in-Box-L\u00f6sungen w\u00e4ren ideal, weil sie platzsparend sind und sich nach dem Leeren kompakt entsorgen lassen. Ein konkretes Beispiel w\u00e4re Wasser in Dosen. PET ist unbeliebt, Glas nicht praktikabel. Flexible L\u00f6sungen w\u00e4ren sowohl f\u00fcr Getr\u00e4nke als auch f\u00fcr den Einsatz beim Kochen sehr interessant.<\/p>\n<p><strong>Wie treffen Foodtrucks Einkaufsentscheidungen?<\/strong><\/p>\n<p>Sehr auftragsbezogen. Bei gut planbaren Caterings wird frisch eingekauft. Bei unklaren Mengen oder gro\u00dfen Veranstaltungen greift man eher auf haltbare Produkte zur\u00fcck. Es geht darum, die Produkte intelligent an die jeweilige Situation anzupassen.<\/p>\n<p><strong>Hat sich der Umgang mit Convenience-Produkten in den letzten Jahren ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, deutlich. Die Produkte sind besser geworden, vor allem im veganen Bereich. Auch frische Produkte sind heute oft l\u00e4nger haltbar oder effizienter einsetzbar. Das erweitert die M\u00f6glichkeiten im Foodtruck deutlich.<\/p>\n<p><strong>Welche kulinarischen Trends sehen Sie aktuell?<\/strong><\/p>\n<p>Vegan wird weiter wachsen. Gleichzeitig sehen wir eine R\u00fcckkehr zur bodenst\u00e4ndigen K\u00fcche. Es muss nicht immer das Hippste sein. Ofenkartoffeln sind gerade ein gro\u00dfes Thema, ebenso ehrliche Fleischgerichte mit klarer Herkunft. Qualit\u00e4t und Transparenz gewinnen an Bedeutung. Und nat\u00fcrlich spielt auch die Optik eine Rolle \u2013 Essen darf \u201einstagrammable\u201c sein.<\/p>\n<p><strong>Haben neue Foodtrucks trotz des Wettbewerbs noch Chancen?<\/strong><\/p>\n<p>Auf jeden Fall. Auch f\u00fcr station\u00e4re Gastronomen ist ein Foodtruck ein sinnvolles Zusatzgesch\u00e4ft. Man wird mobiler, kann Caterings einfacher bedienen und neue Zielgruppen erreichen. Produkte, die im Foodtruck nicht verkauft werden, lassen sich oft im Restaurant weiterverwenden \u2013 und umgekehrt.<\/p>\n<p><strong>Sie arbeiten in einer sehr traditionell gepr\u00e4gten Branche. Wie erleben Sie das als Unternehmerin?<\/strong><\/p>\n<p>Mut zu haben, Dinge anders zu machen, zahlt sich aus \u2013 auch wenn man zwischendurch mal hinf\u00e4llt. Gerade in einer traditionellen Branche braucht es manchmal genau diesen Schritt nach vorn.<\/p>\n<p><strong>Zur Person:<\/strong><br \/>\nFranziska Weidner ist gelernte Veranstaltungskauffrau. Ihre Ausbildung absolvierte sie im M\u00fcnchner Hofbr\u00e4ukeller, anschlie\u00dfend arbeitete sie dort mehrere Jahre als Restaurant- und Veranstaltungsleiterin. Danach wechselte sie zu Do&amp;Co und war unter anderem in der Allianz Arena und im Olympiapark t\u00e4tig. Franziska Weidner hat ihre Foodtruck-Catering-Plattform \u201eFood Trucks United\u201c w\u00e4hrend des ersten Corona-Lockdowns gegr\u00fcndet. Heute arbeitet sie mit einem deutschlandweiten Netzwerk von \u00fcber 160 Foodtrucks zusammen. Das Gesch\u00e4ftsmodell konzentriert sich bewusst auf planbares Foodtruck-Catering f\u00fcr Unternehmen \u2013 von Sommerfesten \u00fcber Mitarbeiterevents bis hin zu mobilen Kantinenl\u00f6sungen. Mehr Infos unter: <a href=\"https:\/\/www.foodtrucksunited.de\/\">https:\/\/www.foodtrucksunited.de<\/a><\/p>\n","interview_komplett_lang":"<p><strong>Frau Weidner, Foodtrucks erleben seit Jahren einen Boom. Was macht dieses Modell aus Ihrer Sicht so erfolgreich?<\/strong><\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Vorteil ist unsere Mobilit\u00e4t \u2013 und damit die Flexibilit\u00e4t. Foodtrucks sind nicht an einen Standort gebunden. Wir k\u00f6nnen selbst entscheiden, welche Auftr\u00e4ge wir annehmen, wohin wir fahren und wie wir unser Angebot anpassen. Ein Foodtruck ist im Idealfall ein wandelndes Konzept, das sich mit modularen Systemen schnell auf unterschiedliche Anforderungen einstellen l\u00e4sst. Diese Beweglichkeit unterscheidet uns deutlich von der station\u00e4ren Gastronomie. Den direkten Zugang zur Foodtruck-Welt hatte ich schon fr\u00fch \u00fcber meinen Vater, der selbst Foodtrucks betrieben hat. W\u00e4hrend des ersten Corona-Lockdowns habe ich aus n\u00e4chster N\u00e4he erlebt, wie viele Trucks pl\u00f6tzlich ohne Auftr\u00e4ge dastanden \u2013 jeder f\u00fcr sich, ohne Struktur oder Austausch. Genau daraus ist die Idee entstanden, Foodtrucks st\u00e4rker zu vernetzen und professionell zu b\u00fcndeln.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr alle, die Sie noch nicht kennen: Wie ist Ihr Modell konkret aufgebaut?<\/strong><\/p>\n<p>Wir konzentrieren uns ausschlie\u00dflich auf Foodtruck-Catering f\u00fcr Unternehmen \u2013 also auf planbare Events wie Sommerfeste, Mitarbeiterevents oder Weihnachtsfeiern. Festivals oder \u00f6ffentliches Tagesgesch\u00e4ft machen wir bewusst nicht. Wenn ein Unternehmen ein Event plant, zum Beispiel f\u00fcr 200 oder 1.000 Personen, kommt eine zentrale Anfrage zu uns. Diese Anfrage spielen wir in unser Netzwerk von \u00fcber 160 Foodtrucks in ganz Deutschland aus.<\/p>\n<p><strong>Was bedeutet dieses Modell f\u00fcr Organisation, Warenplanung und Einkauf?<\/strong><\/p>\n<p>Die G\u00e4stezahlen stehen im Vorfeld fest, die Termine sind klar definiert. In der Regel reagieren Foodtrucks aus der jeweiligen Region. Das sorgt f\u00fcr kurze Wege und geb\u00fcndelte Eins\u00e4tze. F\u00fcr die Foodtrucks \u2013 und auch f\u00fcr Lieferanten \u2013 bedeutet das eine sehr gute Planbarkeit. Mengen, Einkaufslisten und Lieferbedarfe lassen sich deutlich besser kalkulieren als im klassischen Tagesgesch\u00e4ft.<\/p>\n<p><strong>Und wenn ein Kunde ein bestimmtes Foodtruck-Konzept w\u00fcnscht?<\/strong><\/p>\n<p>Franziska Weidner: Dann kann es auch vorkommen, dass ein Foodtruck aus einer anderen Region anreist. Die zus\u00e4tzlichen Fahrtkosten werden einkalkuliert. An der Warenlogistik \u00e4ndert sich aber nichts: Es geht weiterhin um klar definierte Catering-Mengen, nicht um spontane Nachfrage.<\/p>\n<p><strong>Sie setzen Foodtrucks auch als Kantinenersatz ein. Wie funktioniert das in der Praxis?<\/strong><\/p>\n<p>Wir docken gezielt an Firmen in Gewerbegebieten an, die kein eigenes Mittagsangebot haben. F\u00fcr klassische Kantinen sind diese Volumina oft zu klein, f\u00fcr Foodtrucks ideal. Mitarbeitende werden regelm\u00e4\u00dfig mittels einer solchen mobilen Kantine versorgt \u2013 an festen Tagen, mit bekannten Portionszahlen und klaren Abl\u00e4ufen. Das macht die Warenplanung sehr effizient.<\/p>\n<p><strong>Unterscheidet sich der Warenbedarf von Foodtrucks stark von dem klassischer Gastronomiebetriebe?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, deutlich. Foodtrucks arbeiten selten mit \u00c0-la-carte-Gesch\u00e4ft. Wir wissen im Vorfeld genau, wie viele Portionen an welchem Tag ben\u00f6tigt werden. Das ver\u00e4ndert den Einkauf komplett. Restaurants, die sieben Tage die Woche ge\u00f6ffnet haben, m\u00fcssen viel st\u00e4rker auf Unsicherheiten reagieren. Foodtrucks k\u00f6nnen gezielter einkaufen, haben kleinere Speisekarten und m\u00fcssen sehr schnell arbeiten \u2013 auch wegen des begrenzten Platzes.<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle spielen haltbare Produkte und Convenience-L\u00f6sungen im Foodtruck-Alltag?<\/strong><\/p>\n<p>Eine sehr gro\u00dfe. Gerade im Catering ist Planbarkeit wichtig, aber es bleiben auch Mengen \u00fcbrig. Haltbare Produkte erm\u00f6glichen es, Reste sinnvoll weiterzuverwenden und Food Waste zu vermeiden. Viele Foodtrucks haben keine Lagerhalle, sondern nur Garagen oder Kellerr\u00e4ume. Mehrmals pro Woche beliefert zu werden, ist oft nicht m\u00f6glich. Produkte m\u00fcssen deshalb gut lagerf\u00e4hig und flexibel einsetzbar sein.<\/p>\n<p><strong>Nach welchen Kriterien w\u00e4hlen Foodtrucks ihre Produkte aus?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist immer eine Mischung aus Preis, Qualit\u00e4t, Haltbarkeit, Gebindegr\u00f6\u00dfe und Flexibilit\u00e4t. Es gibt Foodtrucks, die sehr gro\u00dfen Wert auf Qualit\u00e4t legen und immer mit denselben hochwertigen Produkten arbeiten. Andere sind st\u00e4rker preisgetrieben. Entscheidend ist, dass Produkte zur Arbeitsrealit\u00e4t im Truck passen und effizient einsetzbar sind.<\/p>\n<p><strong>Welche Produktkategorien sind dabei besonders relevant?<\/strong><\/p>\n<p>Alles, was sich gut vorbereiten, lagern und schnell einsetzen l\u00e4sst \u2013 zum Beispiel Saucen, Fonds, Br\u00fchen, vegane Komponenten oder Produkte, die sich gut portionieren lassen. Auch Getr\u00e4nke spielen eine gro\u00dfe Rolle, gerade bei Caterings und in der mobilen Kantinenversorgung.<\/p>\n<p><strong>Welche Bedeutung haben Dosen und klassische Convenience-Produkte?<\/strong><\/p>\n<p>Dosen sind extrem praktisch. Sie lassen sich gut lagern, transportieren und portionieren. Man \u00f6ffnet nur so viel, wie man tats\u00e4chlich braucht. Gerade nach Caterings ist das ein gro\u00dfer Vorteil, weil \u00fcbrig gebliebene Ware nicht entsorgt werden muss. Das verbessert die Kalkulation und reduziert Verluste.<\/p>\n<p><strong>Welche Verpackungen funktionieren im Foodtruck weniger gut?<\/strong><\/p>\n<p>Glas ist der absolute Worst Case \u2013 das geht im Foodtruck gar nicht. Bruchgefahr, Gewicht und Platzbedarf sind zu gro\u00df. Auch sehr gro\u00dfe Gebinde sind schwierig, weil der Stauraum extrem begrenzt ist.<\/p>\n<p><strong>Was w\u00fcnschen Sie sich konkret von Herstellern und Lieferanten?<\/strong><\/p>\n<p>Kleinere Gebindegr\u00f6\u00dfen und mehr Flexibilit\u00e4t. Viele Foodtrucks k\u00f6nnen keine gro\u00dfen Mengen abnehmen, sind aber trotzdem relevante Kunden. Bag-in-Box-L\u00f6sungen w\u00e4ren ideal, weil sie platzsparend sind und sich nach dem Leeren kompakt entsorgen lassen. Ein konkretes Beispiel w\u00e4re Wasser in Dosen. PET ist unbeliebt, Glas nicht praktikabel. Flexible L\u00f6sungen w\u00e4ren sowohl f\u00fcr Getr\u00e4nke als auch f\u00fcr den Einsatz beim Kochen sehr interessant.<\/p>\n<p><strong>Wie treffen Foodtrucks Einkaufsentscheidungen?<\/strong><\/p>\n<p>Sehr auftragsbezogen. Bei gut planbaren Caterings wird frisch eingekauft. Bei unklaren Mengen oder gro\u00dfen Veranstaltungen greift man eher auf haltbare Produkte zur\u00fcck. Es geht darum, die Produkte intelligent an die jeweilige Situation anzupassen.<\/p>\n<p><strong>Hat sich der Umgang mit Convenience-Produkten in den letzten Jahren ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, deutlich. Die Produkte sind besser geworden, vor allem im veganen Bereich. Auch frische Produkte sind heute oft l\u00e4nger haltbar oder effizienter einsetzbar. Das erweitert die M\u00f6glichkeiten im Foodtruck deutlich.<\/p>\n<p><strong>Welche kulinarischen Trends sehen Sie aktuell?<\/strong><\/p>\n<p>Vegan wird weiter wachsen. Gleichzeitig sehen wir eine R\u00fcckkehr zur bodenst\u00e4ndigen K\u00fcche. Es muss nicht immer das Hippste sein. Ofenkartoffeln sind gerade ein gro\u00dfes Thema, ebenso ehrliche Fleischgerichte mit klarer Herkunft. Qualit\u00e4t und Transparenz gewinnen an Bedeutung. Und nat\u00fcrlich spielt auch die Optik eine Rolle \u2013 Essen darf \u201einstagrammable\u201c sein.<\/p>\n<p><strong>Haben neue Foodtrucks trotz des Wettbewerbs noch Chancen?<\/strong><\/p>\n<p>Auf jeden Fall. Auch f\u00fcr station\u00e4re Gastronomen ist ein Foodtruck ein sinnvolles Zusatzgesch\u00e4ft. Man wird mobiler, kann Caterings einfacher bedienen und neue Zielgruppen erreichen. Produkte, die im Foodtruck nicht verkauft werden, lassen sich oft im Restaurant weiterverwenden \u2013 und umgekehrt.<\/p>\n<p><strong>Sie arbeiten in einer sehr traditionell gepr\u00e4gten Branche. Wie erleben Sie das als Unternehmerin?<\/strong><\/p>\n<p>Mut zu haben, Dinge anders zu machen, zahlt sich aus \u2013 auch wenn man zwischendurch mal hinf\u00e4llt. Gerade in einer traditionellen Branche braucht es manchmal genau diesen Schritt nach vorn.<\/p>\n<p><strong>Zur Person:<\/strong><br \/>\nFranziska Weidner ist gelernte Veranstaltungskauffrau. Ihre Ausbildung absolvierte sie im M\u00fcnchner Hofbr\u00e4ukeller, anschlie\u00dfend arbeitete sie dort mehrere Jahre als Restaurant- und Veranstaltungsleiterin. Danach wechselte sie zu Do&amp;Co und war unter anderem in der Allianz Arena und im Olympiapark t\u00e4tig. Franziska Weidner hat ihre Foodtruck-Catering-Plattform \u201eFood Trucks United\u201c w\u00e4hrend des ersten Corona-Lockdowns gegr\u00fcndet. Heute arbeitet sie mit einem deutschlandweiten Netzwerk von \u00fcber 160 Foodtrucks zusammen. Das Gesch\u00e4ftsmodell konzentriert sich bewusst auf planbares Foodtruck-Catering f\u00fcr Unternehmen \u2013 von Sommerfesten \u00fcber Mitarbeiterevents bis hin zu mobilen Kantinenl\u00f6sungen. 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